Freitag, 17. Mai 2019

Vermittler wollen im Machtkampf um Venezuela schlichten

Seit Monaten liefern sich Regierung und Opposition in Venezuela einen erbitterten Machtkampf - jetzt versucht Norwegen, die verfeindeten Lager an den Verhandlungstisch zu bekommen. Der selbst ernannte venezolanische Interimspräsident Juan Guaido bestätigte am Donnerstag, dass Vertreter der Opposition zu Gesprächen nach Oslo gereist waren.

Guaido bestätigte, dass es Gespräche in Oslo gibt. - Foto: APA (AFP)
Guaido bestätigte, dass es Gespräche in Oslo gibt. - Foto: APA (AFP)

Es sei allerdings nicht zu direkten Verhandlungen mit Unterhändlern der Regierung von Staatschef Nicolas Maduro gekommen. „Wir geben uns nicht für einen falschen Dialog her”, sagte Guaido.

Die Regierung gab sich gesprächsbereit. „Wir setzen immer auf den Dialog”, schrieb Kommunikationsminister Jorge Rodriguez auf Twitter und fügte ein Zitat des indischen Freiheitskämpfers Mahatma Gandhi hinzu: „Es gibt keinen Weg zum Frieden - der Frieden ist der Weg.”

Guaido schraubte die Erwartungen an die Gespräche in Norwegen hinunter. „Nein, Verhandlungen finden derzeit nicht statt zwischen der Regierung und der Opposition. Es gibt nur eine internationale Vermittlergruppe, die sich in Caracas befindet”, sagte Guaido am Donnerstag dem ZDF-”heute journal”. Noch gebe es keinen Verhandlungsprozess.

Treffen, um Wege aus dem Krieg auszuloten

Staatschef Maduro empfing unterdessen Vertreter der Internationalen Kontaktgruppe aus europäischen und lateinamerikanischen Staaten im Präsidentenpalast Miraflores in Caracas. Die Gesandten trafen sich auch mit Vertretern der Opposition, um einen Weg aus der Krise auszuloten. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Verhandlungsanläufe zwischen der Regierung und der Opposition gegeben, die allerdings stets ohne konkrete Ergebnisse beendet wurden.

In Kuba sprach zeitgleich die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland mit ihrem Amtskollegen Bruno Rodriguez über die Lage in Venezuela. „Kanada hofft, gemeinsam mit Kuba Wege zu finden, um etwas gegen die sich verschärfende politische, wirtschaftliche und humanitäre Krise in Venezuela zu unternehmen”, twitterte sie nach dem zweistündigen Treffen hinter verschlossenen Türen.

apa/dpa

stol