Ob es Absicht oder „nur“ Ergebnis ist, menschenwürdiges Leben ist oder soll nicht möglich sein. s+ Janos I. Szirtes <BR /><BR />Vernichtet werden Wasserleitungen, Speicher, Elektrizitäts- und Gaswerke, Fernheizung, Wohnhäuser und Industrieanlagen, Eisenbahninfrastruktur, Museen und Krankenhäuser, Brücken und Straßen. Unter dem Titel, militärische Objekte auszuschalten, um den Widerstand zu brechen, soll ein Leben im Kriegsgebiet nicht möglich gemacht werden.<BR /><BR /> Die Hälfte des ukrainischen Elektrizitätssystems ist beschädigt oder vernichtet; nun begann die Ukraine derselben Taktik bei dem Aggressor zu folgen. In Gaza ist die Vernichtung nicht kleiner.<BR /><BR /> Der Krieg lässt alles Menschliche vergessen. Wer tötet, dazu Befehle gibt, legt auch andere menschliche Eigenschaften ab. Bis zum Ende des Krieges. Anschließend wird man wieder Kulturvolk. Wer es glaubt, beruhigt nur sich selbst.<BR /><BR /> Korea- und Afghanistan-Syndrome lassen auf beiden Seiten grüßen.<BR /><BR /> Die Vernichtung aber bleibt, weil weder der Angreifer noch der Angegriffene in der Lage ist, die Kriegsschäden zeitnah wiederherzustellen, das Land aufzubauen, um darin leben zu können: In Gaza wird die Wiederherstellung in Jahrzehnten gerechnet. Die derzeitigen Wiederaufbaukosten der Ukraine werden auf eine halbe Milliarde Dollar, verteilt auf 10 Jahre, geschätzt. Das ist das 6-Fache des Kriegsjahresbudgets der Ukraine. Die Kosten für Gaza werden auf 2–15 Milliarden geschätzt. <h3> Wer soll das bezahlen?</h3>Wer soll das bezahlen? Die Angreifer können und wollen dies nicht; Russlands Expräsident Dmriti Medwedew forderte z. B. sogar von der Ukraine Kriegsentschädigungen. <BR /><BR /><BR />Im Krieg ist immer die Gegenseite schuld. Wenn man Städte dem Erdboden gleichmacht, ist das für den Verursacher „legitim“. Wenn die Gegenseite Brücken beschädigt, ist das Terrorismus. Eigene Gräueltaten gibt es nicht, es sind Erfindungen des Gegners. Mehr noch: sie wurden von den Betroffenen selbst verübt, um den Gegner zu diskreditieren. Mehr Heuchelei ist kaum möglich. <BR /><BR />Das Bedauerliche ist, dass dies von der eigenen Bevölkerung als Wahrheit angenommen und orakelt wird. Mit dem Ergebnis, dass man der gute Recke fern jedes Bösen ist (als ob dies in einem Krieg überhaupt möglich wäre), sich so wahrnimmt und dies der Bevölkerung plausibel macht. Verantwortung trägt immer die Gegenseite. Die Entartung des Menschseins ist gerade im Krieg nicht zu übersehen. <BR /><BR />Ein Ende des Krieges, ohne die Folgen zu sehen, ist bedenklich. Die Vernichtung hört auf, aber wenn dies der Auftakt für eine größere Katastrophe wird, muss die Ursache und nicht die Wirkung beseitigt werden. Ende mit Schrecken oder Schrecken ohne Ende? Das ist die Frage. Oder auch vielleicht nicht: Schrecken ohne Ende scheint die Losung der Zeit zu sein.