Hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, dass der Ausschluss der SAD vom Schülertransport nur der Probelauf für eine größere Aktion war. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Wie berichtet, ist der streitbare Unternehmer vorgestern mit sofortiger Wirkung als SAD-Geschäftsführer zurückgetreten. Den Ausschlag gegeben hat der Ausschluss der SAD vom Schülertransport. Begründet wird dieser neben der Vielzahl an Gerichtsverfahren, welche die SAD gegen das Land angestrengt hat, auch mit dem „ungebührlichen Verhalten“ Gatterers. Dieser will durch seinen Rücktritt Schaden vom Unternehmen abwenden. Mit denselben Argumenten könnte das Land die SAD nämlich auch von der Vergabe der Buskonzessionen ausschließen.<BR /><BR />Ob Gatterers Rückzug von der SAD-Spitze nicht zu spät kommt, wird sich zeigen. Offen aussprechen will es nämlich zwar niemand, aber hinter vorgehaltener Hand wird bereits gemunkelt, dass der Ausschluss der SAD Nahverkehr AG vom Schülertransport nur der Probelauf für einen weit gravierenderen Ausschluss sein könnte. Bekanntlich hat die SAD – diese verfügt derzeit über sämtliche Konzessionen für den Überland-Nahverkehr im Land – sich auch an der Ausschreibung für die Buskonzessionen beteiligt. <BR /><BR /><b>Ämter prüfen Qualität der Angebote</b><BR /><BR />44 Gebote von 17 Unternehmen waren für die in 10 Lose aufgeteilten Konzessionen mit einer Laufzeit über 10 Jahre und einem Gesamtvolumen von 714 Millionen Euro hinterlegt worden. „Diese werden von den zuständigen Ämtern derzeit auf ihre Qualität hin überprüft und bewertet“, sagt Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider. Diese Prüfung sollte Mitte September abgeschlossen sein. <BR /><BR />Dann geht es an die Prüfung des finanziellen Teils der Angebote. Welche Busse dann künftig auf welchen Abschnitten fahren werden, sollte im Oktober feststehen. <BR /><BR />Ob dann definitiv keine SAD-Busse mehr auf Südtirols Straßen zu sehen sein werden, ist folglich noch völlig unklar. Gut möglich aber, dass das Land die SAD nach dem Ausschluss vom Schülertransport mit derselben Begründung auch vom öffentlichen Nahverkehr ausschließen könnte.<BR /><BR /><b>„Ändert nichts an Vorgehensweise“</b><BR /><BR />„Wir nehmen das Schreiben von Herrn Gatterer zur Kenntnis, dies ändert aber nichts an unserer Vorgehensweise“, sagt Mobilitätslandesrat Alfreider auf Anfrage lapidar. „Wir haben uns immer dafür eingesetzt, dass das Land Südtirol entscheidet, wie der öffentliche Personennahverkehr in Südtirol geregelt wird, und wir haben uns niemals von privaten Interessen oder Lobbys vorschreiben lassen, wie wir unsere Ausschreibungen zu gestalten haben.“ Dieser Prozess möge nicht allen gefallen haben, aber wie sich immer mehr zeige, „war unser Weg der richtige“, ist er überzeugt. Es brauche in Südtirol wieder mehr Ordnung, weniger Streit und Prozesse und für die Zukunft weiterhin gute Dienste im Nahverkehr, in der Peripherie und in den Zentren.<BR /><BR />Ob die Vergabe der Buskonzessionen nach Gatterers Rücktritt problemloser über die Bühne gehen wird als 2018, wird sich zeigen. Damals musste die Ausschreibung im letzten Moment annulliert werden. Eines steht bereits fest: Einen Alleinkonzessionär wie bislang wird es nicht mehr geben. Durch eine Lossperre können einem Unternehmen maximal 3 Lose zugesprochen werden. <BR />