Montag, 29. Juli 2019

Verschwundener italienischer Priester vielleicht noch am Leben

Der 2013 in Syrien entführte italienische Jesuitenpater Paolo Dall'Oglio könnte nach Einschätzung seiner Familie noch am Leben sein.

Die Familie von Jesuitenpater Paolo Dall'Oglio hat nie aufgehört an seine Rückkehr zu glauben.
Die Familie von Jesuitenpater Paolo Dall'Oglio hat nie aufgehört an seine Rückkehr zu glauben. - Foto: © APA/AFP

Sie hätte die Hoffnung nie aufgegeben, sagte die Schwester des Verschwundenen, Francesca Dall“Oglio, am Montag in Rom. „Seit sechs Jahre wissen wir nicht, was mit ihm passiert ist“, sagte sie am Jahrestag des Verschwindens ihres Bruders.

„Die Stille bedeutet nicht unbedingt, dass er tot ist. Er könnte noch am Leben sein.“ Sie erinnerte an Fälle, in denen Menschen nach mehreren Jahren Gefangenschaft im Nahen Osten lebendig gefunden wurden. „Zu Hause haben wir einen Ort, an dem Paolo all seine Sachen finden wird, wenn er zurückkehrt“, sagte sie.

Der italienische Geistliche hatte Jahrzehnte in Syrien gelebt und dort ein Zentrum für muslimisch-christliche Beziehungen betrieben. Nach Beginn des Krieges bezog er Stellung gegen den Präsidenten Baschar al-Assad. 2012 war er zwar wegen regimekritischer Äußerungen aus Syrien ausgewiesen worden, doch hielt er sich danach in den Rebellengebieten auf. 2013 wurde er in der Provinz Al-Rakka von Angehörigen einer islamistischen Terrorgruppe entführt.

Vergangene Woche hatte das US-Außenministerium eine Belohnung von bis zu fünf Millionen Dollar für Informationen über Dall'Oglio und vier weitere Priester ausgesetzt, die Anfang 2013 in Syrien verschwunden waren. Dies wecke Hoffnung, sagte Francesca Dall'Oglio. Das Geld könne helfen, „die Mauer des Schweigens niederzureißen“.

dpa

stol