Freitag, 18. Oktober 2019

Vertretern für Pressefreiheit wird Einreise verweigert

Pakistanische Behörden haben einem Mitarbeiter einer weltweit tätigen Organisation für Pressefreiheit die Einreise verweigert. Der Asien-Chef des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ), Steven Butler, sei trotz gültigen Visums zur Rückreise in die USA gezwungen worden.

Einem CPJ-Bericht zufolge schränkt das Militär die Berichterstattung in Pakistan leise, aber effektiv ein.
Einem CPJ-Bericht zufolge schränkt das Militär die Berichterstattung in Pakistan leise, aber effektiv ein. - Foto: © APA/afp / NOEL CELIS

Das teilte das CPJ in einer Mitteilung am späten Donnerstagabend mit. Als Begründung sei eine Schwarze Liste des Innenministeriums angeführt worden.

Der Schritt sei „verblüffend“ und ein „Schlag ins Gesicht derer, die sich Sorgen um die Pressefreiheit im Land machen“, sagte Joel Simon, der Geschäftsführer von CPJ, der Mitteilung zufolge. Von der pakistanischen Regierung gab es keinen Kommentar zu dem Vorfall.

Militär schränkt Pressefreiheit effektiv ein

Das CPJ hat immer wieder die Entwicklung der Medienfreiheit in Pakistan und dabei vor allem die Rolle des mächtigen Militärs kritisiert. Einem CPJ-Bericht zufolge schränkt das Militär die Berichterstattung in dem südasiatischen Land leise, aber effektiv ein, indem es Zugänge zu Informationen beschränkt und Selbstzensur durch Einschüchterungen fördert. Journalisten, die sich dagegen wehrten oder zu den Behörden offen kritisch eingestellt seien, würden attackiert, bedroht oder eingesperrt.

Das CPJ hatte im Frühjahr auch zur Freilassung eines Journalisten aufgerufen, der über die Proteste der Pashtun Tahafuz Movement (PTM, Bewegung zum Schutz der Paschtunen) berichtet hatte. Die PTM setzt sich für die Rechte der Paschtunen ein und protestiert regelmäßig gegen das Vorgehen des Militärs.

dpa