Freitag, 19. Juli 2019

Verwirrung um zerstörte Drohne über Straße von Hormuz

Verwirrung um eine zerstörte Militär-Drohne am Persischen Golf: Der Iran hat am Freitag die Aussage von US-Präsident Donald Trump dementiert, das Kriegsschiff „USS Boxer” habe in der Straße von Hormuz eine iranische Drohne zerstört. Der iranische Vize-Außenminister Abbas Araqchi mutmaßte, die USA könnten „irrtümlich” ihr eigenes Fluggerät abgeschossen haben.

Die Drohne soll die Sicherheit des Schiffes bedroht haben. - Foto: APA (US NAVY)
Die Drohne soll die Sicherheit des Schiffes bedroht haben. - Foto: APA (US NAVY)

Trump hatte am Donnerstag gesagt, die „USS Boxer” habe nach einem „feindlichen Akt” eine „verteidigende Maßnahme gegen eine iranische Drohne ergriffen”. Diese sei dem Kriegsschiff „sehr, sehr nahe” gekommen. Die Drohne sei sofort zerstört worden, nachdem sie sich dem US-Schiff auf weniger als 1.000 Yard (914 Meter) genähert habe.

Laut dem Pentagon ereignete sich der Zwischenfall um 10.00 Uhr (Ortszeit), als sich das Schiff in internationalen Gewässern befand. Nicht äußern wollte sich das US-Verteidigungsministerium dazu, ob die Drohne abgeschossen oder durch Störsender unbrauchbar gemacht wurde.

Iran: „Grundlose und wahnwitzige Behauptungen”

Ein iranischer Militärsprecher nannte Trumps Äußerungen „grundlose und wahnwitzige Behauptungen”. „Wir haben keine Drohne verloren, weder in der Straße von Hormuz noch anderswo”, erklärte auch Vize-Außenminister Araqchi. Bereits am Donnerstag hatte Außenminister Mohammad Javad Zarif gesagt, er habe „keine Information über den Verlust einer Drohne am heutigen Tag”.

Der Iran will mit einer Video-Aufnahme Berichte der USA über den Abschuss einer seiner Drohnen widerlegen. Die von den Revolutionsgarden am Freitag im staatlichen Fernsehen veröffentlichten Aufnahmen zeigen Kriegsschiffe, die aus der Luft gefilmt wurden. Den Angaben des Senders zufolge belegt der Zeitstempel, dass die Bilder nach dem angeblichen Abschuss entstanden seien.

Vergeltungsangriff in letzter Minute gestoppt

Seit dem Ausstieg Washingtons aus dem internationalen Atomabkommen mit Teheran im Mai 2018 und der Verhängung neuer Sanktionen kommt es in der Golfregion immer wieder zu Zwischenfällen. Ende Juni hatte der Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne durch die Revolutionsgarden über der Straße von Hormuz fast zu einer militärischen Konfrontation geführt. Trump stoppte nach eigenen Angaben erst in letzter Minute einen Vergeltungsangriff.

Seit Anfang Mai gab es zudem mehrere Angriffe auf Tanker in der Region, für die Washington den Iran verantwortlich machte. Teheran wies jede Verantwortung zurück. Für weitere Spannungen hatte Anfang Juli die Festsetzung eines Tankers mit iranischem Erdöl vor dem britischen Überseegebiet Gibraltar gesorgt. Am Donnerstag verkündeten dann die iranischen Revolutionsgarden, sie hätten ihrerseits einen „ausländischen Tanker” im Persischen Golf festgesetzt. Das Schiff soll in den Schmuggel von Öl verwickelt sein.

apa/dpa/ag.

stol