Montag, 30. Dezember 2019

4 Al-Shabaab-Kämpfer bei US-Angriffen in Somalia getötet

Als Reaktion auf den verheerenden Bombenanschlag in Somalia haben die US-Streitkräfte Luftangriffe gegen die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz in dem ostafrikanischen Land geführt. Bei drei Angriffen am Sonntag seien insgesamt vier Al-Shabaab-Kämpfer getötet worden, teilte das Afrika-Kommando der US-Streitkräfte (AFRICOM) mit. Die Einsätze seien mit der somalischen Regierung abgestimmt gewesen.

In Mogadischu wurde zuletzt ein Blutbad angerichtet.
In Mogadischu wurde zuletzt ein Blutbad angerichtet. - Foto: © APA (AFP) / ABDIRAZAK HUSSEIN FARAH

Bei dem Anschlag in Mogadischu waren am Samstag nach vorläufigen Zählungen mindestens 79 Menschen getötet und mehr als hundert weitere verletzt worden. Ein Polizeioffizier sprach von fast 100 Toten. Es handelte sich um den blutigsten Anschlag in Somalia seit zwei Jahren.

Die am Tag nach dem Anschlag von den USA geführten „Präzisionsangriffe aus der Luft“ hätten sich gegen Al-Shabaab-Mitglieder gerichtet, die für „terroristische Akte gegen unschuldige somalische Bürger“ verantwortlich seien und sich dabei mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida abgestimmt hätten, erklärte AFRICOM. Somalischen Geheimdienstkreisen zufolge war unter den Toten ein ranghoher Kommandant der Miliz.

Die Attacken seien in den Orten Qunyo Barrow und Caliyoow Barrow erfolgt, hieß es weiter in der Mitteilung. Dabei seien auch zwei Fahrzeuge der Miliz zerstört worden. Zivilisten seien nicht zu Schaden gekommen. Die USA und die somalische Regierung würden den Druck auf die Miliz weiter erhöhen, um diese an der Planung neuer Anschläge zu hindern, kündigte das Afrika-Kommando an.

Zu dem Anschlag in Mogadischu hat sich bisher niemand bekannt. Er trägt aber die Handschrift von Al-Shabaab. Die mit Al-Kaida verbündete Miliz war im August 2011 von Truppen der Afrikanischen Union (AU) aus Mogadischu vertrieben worden. Sie kontrolliert jedoch nach wie vor ländliche Gebiete des Landes und verübt immer wieder Anschläge in der Hauptstadt.

Kämpfe flauen nicht ab

Die Autobombe war an einer stark befahrenen Kreuzung im Südwesten von Mogadischu in der Nähe eines Kontrollpunktes der Sicherheitskräfte sowie eines Finanzamts explodiert. Zum Zeitpunkt des Anschlags im morgendlichen Berufsverkehr waren nach Augenzeugenberichten viele Menschen unterwegs, darunter Schüler und Studenten.

Unter den Toten waren auch zwei türkische Staatsbürger, wie der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu mitteilte. Am Sonntag landete ein Militärflugzeug mit Notfallausrüstung und Ärzten aus der Türkei in Mogadischu.

Erst vor zwei Wochen hatte ein Al-Shabaab-Kommando in der somalischen Hauptstadt ein von Politikern, Militärs und Diplomaten besuchtes Hotel angegriffen und sich Gefechte mit den Sicherheitskräften geliefert. Neben den fünf Angreifern wurden dabei fünf weitere Menschen getötet, darunter drei Zivilisten.

Das bisher blutigste Attentat in der Geschichte des Landes wurde im Oktober 2017 verübt: Damals wurden 512 Menschen bei der Explosion eines Lastwagens getötet, rund 300 weitere Menschen wurden verletzt. Die Behörden machten dafür ebenfalls die Al-Shabaab-Miliz verantwortlich.

Die USA haben ihrerseits bereits seit dem Frühjahr 2017 ihre Luftangriffe in Somalia ausgeweitet. Laut einer AFRICOM-Mitteilung vom vergangenen April wurden bei 110 US-Luftangriffen seit dem April 2017 mehr als 800 Menschen in dem Land am Horn von Afrika getötet.

Somalia selbst verfügt über keine Kampfdrohnen, sondern greift auf die Hilfe seiner Verbündeten zurück. Das US-Militär stuft Al-Shabaab als „weltweite Bedrohung“ ein und geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Miliz auch Anschläge in den USA plant.

apa