Dies berichteten Mitarbeiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London. Außerdem sollen Angehörige der regimetreuen Shabiha-Miliz ebenfalls in Homs einen Bürger erschossen haben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen, weil das Regime von Präsident Bashar al-Assad die Medien umfassend blockiert. Bei den Protesten gegen das Regime, die im März dieses Jahres begannen, sind nach UNO-Angaben mehr als 3000 Menschen ums Leben gekommen. USA ziehen Botschafter aus Syrien abUnterdessen haben die USA haben ihren Botschafter in Syrien aus Sicherheitsgründen abgezogen. Die Sicherheit von Botschafter Robert Ford sei ernsthaft bedroht gewesen, erklärten das amerikanische Außenministerium am Montag. Die syrische Führung habe eine Hetzkampagne gegen Ford betrieben. Wann der Botschafter nach Syrien zurückkehren werde, sei noch unklar. Dies sei davon abhängig, ob die syrische Führung weiter gegen ihn hetze und wie sich die Lage im Land gestalte. Ergänzend hieß es im Ministerium, derzeit sei nicht daran gedacht, den syrischen Botschafter in Washington auszuweisen.In Diplomatenkreisen hieß es, Anhänger des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad hätten Ford wegen dessen Kontakten zur Protestbewegung angegriffen. Zuletzt hatten sie Ford am vergangenen Freitag mit Tomaten und Eiern beworfen, als er sich einer Moschee in einem Stadtteil von Damaskus näherte. Der Botschafter habe das Land daraufhin noch am selben Tag verlassen. Bei einigen Angriffen sei zwar Sachschaden entstanden, Menschen seien aber nicht verletzt worden.Ford war im Juli von den Demonstranten bejubelt worden, als er die Stadt Hama und damit die Hochburg der Proteste besucht hatte. Er reiste auch nach Deraa, wo die Opposition gegen Assad ebenfalls sehr stark war. Ford ignorierte damit ein neues Verbot, das westlichen Diplomaten Reisen außerhalb der Hauptstadt Damaskus untersagt.Erst diesen Monat hatte der US-Senat einstimmig die Berufung Fords nach Damaskus gebilligt, der im Jänner sein Amt angetreten hatte. Dabei hatten die Senatoren die Ernennung des Diplomaten als „starkes Signal“ an Syriens Präsidenten Baschar el Assad sowie ein „Zeichen der Solidarität“ der USA mit dem syrischen Volk bezeichnet.Seit Mitte März gehen in Syrien fast täglich Menschen gegen die Führung Assads auf die Straße. Die Staatsmacht geht mit aller Härte gegen die Demonstranten vor. apa/reuters/dpa/afp