Die vier stärksten Volkswirtschaften der Eurozone wollen mit einem 130-Milliarden-Euro-Paket für mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa sorgen.Darauf verständigten sich Mario Monti, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident François Hollande und Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy am Freitag in Rom.„Wir sind uns einig, das Wachstum muss angekurbelt werden“, sagte Monti. Das Paket entspreche einem Prozent der europäischen Wirtschaftsleistung.„Wir wollen mehr Europa“ Zugleich will sich das Quartett auf dem EU-Gipfel nächste Woche gemeinsam für eine Finanztransaktionssteuer einsetzen.„Die Lehre aus der Krise ist nicht weniger Europa, sondern mehr Europa“, sagte Kanzlerin Merkel. Hollande betonte, notwendig sei eine „starke Botschaft des Wachstums“.Rajoy sagte: „Wir wollen mehr Europa.“ Dazu gehörten eine politische und eine Wirtschaftsunion genauso wie eine Banken- und eine Fiskalunion.Merkel sagt Nein zu direkten Bankenhilfen Merkel sprach sich strikt gegen die Forderung von IWF-Chefin Christine Lagarde nach direkten Bankenhilfen aus den Euro-Rettungsfonds aus.In den Verträgen für den EFSF und den künftigen dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM sei festgelegt, dass die Staaten untereinander die Partner seien, sagte die Kanzlerin mit Blick auf die spanische Bankenkrise. „Es ist also nicht so, dass ich keine Lust habe, sondern die Verträge sind so gemacht.“Nach den Worten der Kanzlerin sind sich die Länder einig, gemeinsam für eine Finanztransaktionssteuer zu kämpfen.Damit wächst die Chance, dass eine solche Steuer im Wege der verstärkten Zusammenarbeit zumindest in einem kleineren Kreis von EU-Ländern eingeführt wird.Die Menschen in der EU hätten nach wie vor den Eindruck, die Eurokrise sei mit der internationalen Finanzkrise gekommen. „Und die Finanzmärkte sind noch nicht hinreichend beteiligt.“Vier Ja zur Finanztransaktionssteuer Die Finanztransaktionssteuer sei ein gutes Beispiel für eine Kooperation von weniger EU-Ländern, sagte auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Freitag in Luxemburg bei Beratungen mit seinen europäischen Amtskollegen. „Wir sollten es ausprobieren.“Für eine „verstärkte Zusammenarbeit“ sind laut EU-Vertrag mindestens neun Staaten nötig. Die Verhandlungen für eine Finanzsteuer aller 27 EU-Staaten sind allerdings wie erwartet gescheitert. Die Befürworter- Staaten müssen sich nun an die EU-Kommission wenden und ihr Vorhaben anmelden. Mit der Steuer soll der Finanzsektor an den enormen Kosten der Krise beteiligt werden.apa/dpa/stol