<BR />Eckverglasungen und Wintergärten sind künftig aus hochwirksamem Vogelschutzglas zu errichten. Dasselbe gilt für gläserne Elemente, die zusammenhängend mehr als acht Quadratmeter ausmachen.<BR /><BR />Wenn sich ein Wirtschaftsverband und der Umweltverband einmal einig sind, lässt das Ergebnis nicht lange auf sich warten. Gemeinsam hatten Handwerkerverband (lvh) und Dachverband für Natur- und Umweltschutz vor einigen Monaten – zumindest bei öffentlichen Bauten – für verpflichtendes Vogelschutzglas ausgesprochen. Die Umsetzung findet sich jetzt in Art. 4 bis des Entwurfs zum neuen Sammelgesetz, das im Rat der Gemeinden begutachtet, diese Woche von der Landesregierung genehmigt und im Juni vom Landtag behandelt wird.<BR /><BR />„Die Initiative kommt aus meinem Ressort und soll die Kollisionsgefahr wildlebender Vögel verringern“, sagt Landesrat Peter Brunner. Dazu sind ab Genehmigung des Gesetzes großflächige, vollständig transparente oder spiegelnde Elemente aus Glas oder glasähnlichen Materialien zu vermeiden: Dort, wo sie unvermeidbar sind, müssen Elemente, die mehr als acht Quadratmeter betragen, aus hochwirksamem Vogelschutzglas oder halbtransparenten Materialien gefertigt sein.<BR /><BR /> Für kleinere Flächen werden im Zuge des Genehmigungsverfahrens geeignete Maßnahmen zum Vogelschutz vorgegeben. Dem Glas vorgebaute Strukturen wie z.B. feststehende Außenjalousien gelten als Vogelschutzglas. <h3> Laufende Verfahren nach heutigen Bestimmungen</h3> Eckverglasungen und Wintergärten sind ebenfalls aus hochwirksamem Vogelschutzglas oder halbtransparentem Material zu fertigen. Dasselbe gilt für die Verwendung von Glas oder glasähnlichem Material bei Balkonbrüstungen, Treppengeländern oder sonstigen Absperrungen wie Wind- und Lärmschutzwänden. Und was ist mit laufenden Verfahren, die vor Genehmigung des Gesetzes eingeleitet wurden? Sie können noch nach den heutigen Bestimmungen abgeschlossen werden.<BR /><BR />Vogelschutzglas ist ein Spezialglas mit UV-reflektierender Beschichtung. Für Vögel ist es sichtbar, für Menschen jedoch kaum wahrnehmbar. In der Schweiz und Österreich ist diese Technik bei modernen Bauten wie etwa bei der ÖBB bereits Standard. Die Glas-Mehrkosten liegen bei zehn Prozent – ein verhältnismäßig geringer Preis für Tierschutz“, meint der lvh.