Donnerstag, 30. Juni 2016

Volksanwältin: Beschwerden nehmen zu

Die Südtiroler Volksanwältin Gabriele Morandell hat am Donnerstag ihren Tätigkeitsbericht des Jahres 2015 dem Südtiroler Landtag vorgestellt: 980 Beschwerden wurden bearbeitet und über 3.000 Beratungen durchgeführt.

Volksanwältin Gabriele Morandell hat am Donnerstag ihren Tätigkeitsbericht vorgestellt.
Badge Local
Volksanwältin Gabriele Morandell hat am Donnerstag ihren Tätigkeitsbericht vorgestellt. - Foto: © STOL

Seit 30 Jahren steht die Volksanwaltschaft den Südtiroler Bürgern zur Seite, um sie bei Problemen mit der Verwaltung zu unterstützen. Am Donnerstag präsentierte Volksanwältin Gabriele Morandell dem Südtiroler Landtag ihren Bericht für 2015.

Mit ihrem Bericht wollte Gabriele Morandell einerseits die Transparenz der Volksanwaltschaft weiter ausbauen, andererseits die Landespolitik auf Problemstellen hinweisen und Anregungen mit auf dem Weg geben. Sie regte etwa an, im Zuge der Überarbeitung des Autonomiestatuts die Volksanwaltschaft auch darin zu verankern. Bei ihrer Arbeit sei sie manchmal auf eine Verwaltung gestoßen, die kein Gehör für das Bedürfnis der Bürger nach Klarheit hatte, manchmal auch auf Fälle, die wegen unklarer Gesetze schwer zu lösen waren, so Morandell.

Die Beschwerden nehmen zu

Im Jahr 2015 seien bei der Volksanwaltschaft 980 Beschwerden eingegangen und bearbeitet worden. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren sei dies ein Anstieg von 15 Prozent, auch die Beratungen seien von 2.616 auf 3.068 gestiegen, so Morandell.

Die Volksanwältin hielt dabei fest "Es fällt auf, dass fast 60 Prozent der Beschwerden im Rahmen der Außensprechtage oder auch im Büro in Bozen mündlich vorgebracht werden. Für mich ist diese Zahl ein Beleg dafür, dass das direkte Gespräch als niederschwelliges Angebot keineswegs ausgedient hat - eher im Gegenteil!"

Die meisten Probleme betreffen die Gemeinden

Gabriele Morandell wies zudem darauf hin, dass die Anzahl der Gemeindeproblematiken am höchsten und im Vergleich zu 2014 von 34 auf 38 Prozent erneut gestiegen seien.

In der Fragerunde mit den Abgeordneten stellte Morandell allerdings auch fest, dass ihre Zusammenarbeit mit den Gemeinden - bis auf Bozen - gut sei. Zum Sanitätsbereich erklärte Morandell, die Patientenakte sei ein schwieriges, für die Patienten nicht leicht lesbares Dokument. 

Mit den Landesämtern sei die Zusammenarbeit grundsätzlich gut. Bei der Wohnbauförderung habe sie den Eindruck, die Bürger würden über die verschiedenen Bindungen ausführlich informiert.

Fazit

Eine zufriedenstellende Bilanz, bilanzierte Morandell: „Das Amt der Volksanwältin hat sich als wichtige Dialoginstanz  bewährt, wenn Bürger Probleme mit Verwaltung und Behörden haben. Die Volksanwältin lotst durch den Verwaltungsdschungel, gibt Informationen, prüft unabhängig Verwaltungshandeln und erklärt es den Betroffenen.“

stol

stol