Begonnen hat der Schlagabtausch mit einer Pressemitteilung der Bürgerunion und der Lega Nord Südtirol am Sonntagvormittag: In dieser sprachen sich Andreas Pöder und Elena Artioli, nach dem Rücktritt von Landtagspräsident Mauro Minniti, für vorgezogene Neuwahlen des Landtages und gegen einen „Kuhhandel und Postenschacher“ mit der SVP aus.Pöder und Artioli seien verwundert darüber, dass „einige deutsche und italienische Oppositionen mit der SVP einen Kuhhandel zur Besetzung des Postens des Landtagspräsidenten eingehen und auf die bisherige Forderung nach sofortigen Neuwahlen des Landtages verzichten“, hieß es in Pressemitteilung.„Kuhhandel und Postenschacher: Neuwahlen demokratischste Lösung“„Dass jetzt ein PDL-Mann von der SVP und den Freiheitlichen zum Landtagspräsidenten gemacht werden soll, ist für viele Südtirolerinnen und Südtiroler nicht nachvollziehbar", so Pöder und Artioli weiter."Es geht dabei um einen Kuhhandel und Postenschacher bei dem der Präsidentensessel im Landtag und der Posten des Vorsitzenden in der SEL-Untersuchungskommission, den Vezzali derzeit innehat und aufgeben müsste, unter anderem Verhandlungsobjekte sind", hieß es in der Pressemitteilung.Nach den wegen Unwählbarkeit ausgewechselten Landtagsabgeordneten, dem Laimer-Rücktritt, dem SEL-Skandal und dem Chaos um die Wahl der Volksanwältin und dem jetzigen Rücktritt des Landtagspräsidenten seien sofortige Neuwahlen des Landtages die sauberste und demokratischste Lösung, meinten Pöder und Artioli abschließend.Leitner zu Pöder: „Verhalten eines politischen Chamäleons“Auf diese Mitteilung reagierten die Freiheitlichen prompt."Es ist erstaunlich, mit welchen Aussagen sich jene Oppositionspolitiker zu Wort melden, die in der politischen Bedeutungslosigkeit zu versinken drohen“, meint Pius Leitner, der freiheitliche Fraktionssprecher im Landtag, in einer Pressemitteilung am späten Sonntagvormittag und fragt sogleich: „Andreas Pöder – wie heißt seine aktuelle Partei doch gleich?“Pöder scheine, laut Leitner, auf einem krankhaften Egotrip unterwegs zu sein und habe zudem jeglichen Realitätssinn verloren. Artioli hingegen sei „wohl beleidigt, weil sie selber wieder nicht zum Zug kommt“, so Leitner weiter.Es sei bekannt, dass der Posten des Landtagspräsidenten in der zweiten Hälfte der Amtszeit des Landtages der italienischen Sprachgruppe vorbehalten sei. Die Freiheitlichen hätten sich bei Wahlen für Ämter der italienischen Sprachgruppe nie aktiv beteiligt und so werde es auch bleiben, schrieb Leitner.Von Kuhhandel könne nicht die Rede sein, denn: "Bei einem Kuhhandel müsste es ja eine Gegenleistung geben. Wenn Pöder und Artioli unterstellen, diese bestehe darin, dass die Freiheitlichen im Falle einer Wahl Vezzalis zum Landtagspräsidenten den Vorsitz im Untersuchungsausschuss erhalten, dann haben sie sich endgültig der Lächerlichkeit preisgegeben“, so Leitner.Zum einen sei dieser Vorsitz kein Posten, denn dazu gebe es höchstens viel Arbeit und keine Vergütung. Zum anderen sei daran erinnert, dass die SVP mit ihren 18 Stimmen den Vorsitzenden allein wählen könne, so Leitner.„Was der vom Oppositionsduo vorgebrachte Vorschlag von vorgezogenen Landtagswahlen anbelangt, so rennen sie bei uns offene Türen ein, denn diese Forderung haben die Freiheitlichen längst erhoben“, schreibt Leitner weiter. „Es ist schade, dass sich die beiden Oppositionspolitiker wieder einmal als Dreckschleuder und Lügner betätigen, anstatt auf der Grundlage von Sachlichkeit und Ehrlichkeit Politik zu betreiben.“Pöder: „Leitner zeigt die Reaktion eines ‚Erwischten‘“Der Gegenschlag der Bürgerunion und der Lega Nord Südtirol ließ daraufhin nicht lange auf sich warten: Wieder mittels Pressemitteilung bezeichnen Pöder und Artioli die Leitners Antwort als „beleidigte und unsachliche Reaktion eines ‚Erwischten‘“."Wir haben lediglich darauf aufmerksam gemacht, dass nach dem Rücktritt von Landtagspräsident Mauro Minniti, Leitner, der wochenlang wie andere Oppositionsvertreter auch, vorgezogene Landtagsneuwahlen gefordert hatte, plötzlich einen Kuhhandel mit der SVP eingeht statt die Neuwahlforderung weiter zu erheben.“Das Verhalten Leitners sei wahrlich chamäleonhaft: „Vor lauter Hin- und Her im krampfhaften Bemühen sich mit der SVP zu verständigen, weiß er manchmal nicht mehr, was er vor wenigen Tagen oder Wochen gesagt oder geschrieben hat ", so Pöder.Ähnliches Verhalten hätten die Freiheitlichen hinsichtlich der Parlamentswahlen an den Tag gelegt, meinen Pöder und Artioli: "Zuerst kündigte man eine Liste mit der Klotz-Partei an. Dann lehnte man diese ab. Dann wollte man eine Liste mit der SVP. Dann stellte man die Allein-Kandidatur vor. Dann schlug man allen Parteien eine gemeinsame Liste vor. Dann war man wieder dagegen."