<b>Frau Vizebürgermeisterin, wie kurz oder lang war die letzte Nacht?</b><BR />Katharina Zeller: Die war lang und entspannt. Emma schläft durch. Sie war immer schon eine gute Schläferin (lacht), es sei denn die Zähnchen plagen sie.<BR /><BR /><b>Wann beginnt der Tag und wann hört er auf?</b><BR />Zeller: Der Tag beginnt meistens um halb 7 Uhr, Emma weckt mich, dann lesen wir zusammen die Zeitungen und frühstücken. Ins Bett komme ich gegen 23 Uhr.<BR /><BR /><embed id="dtext86-64698765_quote" /><BR /><BR /><b>Wie anstrengend war das erste Jahr mit der 3-fachbelastung: Mutter, Vizebürgermeisterin und Anwältin?</b><BR />Zeller: Es war in manchen Momenten sicher sehr anstrengend und fordernd. Ich denke da an die Nächte, die schlaflos waren. Schlafentzug ist sehr anstrengend. Gleichzeitig ist es aber sehr bereichernd, einen kleinen Menschen aufwachsen zu sehen. Das ist etwas Wunderschönes – generell war der Familienzuwachs für Johannes und mich eine Riesenfreude. Und frau wächst in jede Aufgabe hinein (lacht). <BR /><BR /><b>Wie hat sich Ihr Leben seit der Geburt von Emma vor fast genau einem Jahr geändert. Hatten Sie einen Schimmer davon, was sie erwarten würde?</b><BR />Zeller: Ich habe Emmas Geburt weder als Einschnitt noch als Einschränkung erlebt, sicher ist es teilweise sehr viel Organisation.<BR /><BR /><b>Ihr Lebensgefährte Johannes Schmid ist Bäcker, funktioniert das Halbe-Halbe?</b><BR />Zeller: Ja, das funktioniert bestens. Wir wechseln uns ab, jeder übernimmt den halben Tag und wir helfen uns gegenseitig, damit jeder seine Termine wahrnehmen kann. Und dann haben wir noch Hilfe von unseren Familien. Vor allem meine Schwiegereltern, Johannes’ Tante und mein kleiner Bruder Leo und seine Freundin helfen uns ganz fest, ohne ihre Unterstützung wäre es nicht machbar.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1027245_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><b>Wie begegnen Ihnen die Bürger? Superwoman oder Rabenmutter?</b><BR />Zeller: Ich kriege kein Feedback. Das wird nicht thematisiert, zumindest mit mir nicht. Mein Privatleben ist in der politischen Arbeit kein Thema. Wenn ich Emma mitnehme, die im Übrigen eine kleine Sonne ist, freuen sich die Menschen meistens.<BR /><BR /><embed id="dtext86-64698766_quote" /><BR /><BR /><b>Was fühlen Sie, wenn Sie andere Mamis sehen mit noch kleineren Kindern?</b><BR />Zeller: Zum Einen ein bisschen Nostalgie, zum anderen vollste Anerkennung und Respekt, weil es alle Superkräfte braucht, um alles unter einen Hut zu bringen und sich selbst nicht dabei zu vergessen.<BR /><BR /><b>Bleibt Ihnen noch Zeit für sich?</b><BR />Zeller: Diese Zeit zu finden, ist eine Herausforderung, aber ich lege sehr viel Wert darauf. Ich tanze gerne, gehe gerne in den Stall zu meinem Pferd und reite gerne. Oder einfach nur ein bisschen Zeit für mich zu haben, um mit sich selber sein zu können.<BR /><BR /><embed id="dtext86-64698767_quote" /><BR /><BR /><b>Ihr Mami-Vorbild?</b><BR />Zeller: Meine eigene Mama. Denn sie hat alles richtig und super gemacht, sie hat es geschafft Karriere mit uns Kindern zu verbinden. Ich hatte nie das Gefühl, dass mir meine Mama gefehlt hätte, auch wenn sie sehr viel beansprucht war außerhalb der Familie. Sie hat immer alles gegeben und ich habe immer gemerkt, dass die Familie unbestritten an erster Stelle kommt.<BR /><BR /><b>Was hat Emma Sie gelehrt? </b><BR />Zeller: Sicher meinen Perfektionismus abzulegen und gelassener zu werden.<BR /><BR /><b>Was brauchen berufstätige Mütter am dringendsten?</b><BR />Zeller: Eine gut funktionierende, flexible Kinderbetreuung, die die Bedürfnisse der Frauen oder besser der Eltern berücksichtigt.<BR /><BR /><b>Davon ist aber immer noch keine Spur...</b><BR />Zeller: Leider, es ist noch ein weiter Weg dahin.