In der Stichwahl stellen sich Amtsinhaber Hamid Karsai und sein Herausforderer Abdullah Abdullah. Die radikal-islamischen Taliban drohten zugleich mit „neuen Plänen", mit denen sie die Wahlen am 7. November verhindern oder zumindest stören wollten. In der ersten Runde waren massive Wahlfälschungen zugunsten von Karsai bekanntgeworden. Allerdings hatte Karsai auch nach Abzug gefälschter Stimmen einen Vorsprung von fast 20 Prozentpunkten vor Abdullah Abdullah. Karsai geht damit als klarer Favorit in die Stichwahl.Unsicher ist, ob viele Afghanen an der zweiten Runde überhaupt teilnehmen. Schon im August war die Wahlbeteiligung mit knapp 38 Prozent gering gewesen. Vielfach hatten die Taliban mit Überfällen und Anschlägen für ein Fernbleiben der Bürger von den Urnen gesorgt. In einer am Samstag auf einer Website verbreiteten Erklärung wurden alle Afghanen aufgefordert, sich nicht an dem „US-geführten" Wahlgang zu beteiligen. Sollte jemand bei der Abstimmung verletzt werden, sei er angesichts der deutlichen Warnungen der Mudschaheddin dafür „selbst verantwortlich". Nach der Abstimmung im August hatten Wahlbeobachter berichtet, Aufständische hätten Wählern den bei der Stimmabgabe mit nicht abwaschbarer Tinte markierten Finger abgehackt. Im Ausland wird die zweite Runde intensiv beobachtet. Die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA) hatte bereits am Wochenende angekündigt, nach dem massiven Wahlbetrug in der ersten Runde würden bei der Stichwahl rund 200 und damit mehr als die Hälfte der Distriktchefs der afghanischen Wahlkommission ersetzt.dpa