Bis zum kommenden Sonntag können Spitzenpolitiker der Mitte-rechts-Kraft ihre Kandidaturen für die Vorwahlen einreichen, die voraussichtlich am 16. Dezember stattfinden werden.Mit der Urwahl soll der PdL-Premierkandidat für die Parlamentswahlen im Frühjahr bestimmt werden.Bis zu drei Millionen Mitte-rechts-Wähler werden sich an diesen „Primarie“ in ganz Italien beteiligen. Elf Kandidaten gehen ins Rennen, nachdem PdL-Gründer Silvio Berlusconi offiziell seinen Verzicht auf seine sechste Kandidatur für das Premieramt in 18 Jahren angekündigt hat.Favorit ist Alfano Als Favorit gilt der seit Juli 2011 als PdL-Chef amtierende Angelino Alfano. Der 42-jährige Ex-Justizminister ist seit 2008 Parlamentarier.Zuletzt ist er wiederholt mit Berlusconi über die künftige politische Linie der Partei in Konflikt geraten. Sollte er bei den Vorwahlen nicht mindestens 50 Prozent der Stimmen erobern, droht ihm in seiner Rolle als PdL-Vorsitzender die Delegitimierung. Als gefährlichster Herausforderer Alfanos gilt Ex-Landwirtschaftsminister Giancarlo Galan, der zwischen 1995 und 2010 als Gouverneur der Region Veneto amtiert hatte. Seine Kandidatur reichte auch der Ex-Kulturminister und Kunstkritiker Vittorio Sgarbi ein.Biancofiore will auf den Chefsessel Vier Frauen buhlen ebenfalls um die PdL-Kandidatur für das Premieramt. Zu ihnen zählen die im Südtiroler PdL-Ableger tätige, aber in Kampanien gewählte Michaela Biancofiore, sowie die Hardlinerin der Partei und Berlusconi-Vertraute Daniela Santanché.Die 51-jährige Santanché führt schon seit Monaten einen scharfen Kampf gegen die Regierung Monti, die sie beschuldigt, Italien in eine tiefe Rezession getrieben zu haben. Unter den Kandidatinnen befindet sich auch Ex-Jugendministerin Giorgia Meloni. Sie hat politische Erfahrung in Alleanza Nazionale gesammelt.Die 35-jährige Meloni sparte zuletzt nicht mit scharfer Kritik an der Regierung Monti. „Die Fachleuteregierung ist gescheitert, sie darf auf keinen Fall nach den Parlamentswahlen weiter amtieren“, meinte Meloni. Die AußenseiterGeringere Erfolgschancen werden dem Bankier aus Modena, Gianpiero Samorí, dem 33-jährigen Bürgermeister von Pavia, Alessandro Cattaneo, sowie dem Ex-Unterstaatssekretär im Verteidigungsministerium, Guido Crosetto, eingeräumt.Als Außenseiter gilt der Parlamentarier Alfonso Luigi Marra, der den Verband „FermiamoLebanche“ gegründet hat.Dieser setzt sich für eine tiefgreifende Reform des Bankensystems ein. Mit den Vorwahlen versucht sich der PdL von der tiefen Krise zu erholen, in die die Gruppierung seit dem Ende der Regierung Berlusconi vor einem Jahr gefallen ist.Bei den Regionalwahlen auf Sizilien Ende Oktober stürzte die Mitte-rechts-Partei mit 12,9 Prozent der Stimmen auf Platz drei hinter die PD und die „Fünf Sterne-Bewegung“ um den Starkomiker Beppe Grillo.mit