Freitag, 16. April 2021

Wählen ab 16: „Jugend will mitentscheiden“

Der Südtiroler Jugendring (SJR) zeigte sich erfreut über die Annahme des Begehrensantrags „Wählen ab 16“ im Landtag.

Schon früher politisch mitentscheiden: Jugendliche sollen schon ab 16 Jahren wählen dürfen.
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Schon früher politisch mitentscheiden: Jugendliche sollen schon ab 16 Jahren wählen dürfen. - Foto: © shutterstock
Der Begehrensantrag ist an das Parlament und die Regierung gerichtet, da eine Senkung des Wahlalters nur durch eine Verfassungsänderung möglich ist.

Damit soll das aktive Wahlalter in Italien für alle Wahlen und Abstimmungen - sei es auf europäischer, staatlicher, regionaler sowie kommunaler Ebene - von 18 bzw. 25 Jahren auf 16 Jahre gesenkt werden. Des Weiteren soll die politische Bildung gestärkt werden.




„Wir fordern schon seit sehr langer Zeit ein aktives Wahlrecht für 16-Jährige“ erinnert Tanja Rainer, SJR-Vorsitzende.

„In der Regel erst mit 18 Jahren abstimmungsberechtigt zu sein, entspricht nicht mehr den Bedürfnissen der heutigen Gesellschaft. Junge Menschen wollen verstärkt Verantwortung für sich und die Gesellschaft übernehmen – und das ist ihnen auch zu ermöglichen“ so Rainer.

Zudem fördere laut SJR eine Herabsenkung des Wahlalters das Gleichgewicht der Generationen bei demokratischen Entscheidungen in einer alternden Gesellschaft. Der SJR argumentiert zudem, dass Jugendliche im Alltag oft bereits lange vor dem 18. Lebensjahr wie Erwachsene behandelt würden.

So seien 16-Jährige straffähig, müssten über ihren Bildungsweg und ihre berufliche Zukunft entscheiden, und seien zum Teil auch schon berufstätig, weshalb es nicht verständlich sei, warum junge Menschen nicht auch politisch mitentscheiden sollten.

Erfreut ist der Südtiroler Jugendring auch, dass ausdrücklich festgehalten worden ist, dass die Senkung des Wahlalters vorbereitende und begleitende Maßnahmen im Bereich der politischen Bildung erfordere und hierfür, neben der Schule, auch dem nicht-formalen Bildungssektor eine entscheidende Rolle zukomme.

„Politische Bildung umfasst idealerweise 3 Formen des Lernens: Bewusste Aneignung von Wissen, lebendige Erfahrung und partizipative Mitgestaltung“ erklärt Kevin Hofer, SJR-Geschäftsführer.

„Insbesondere die Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist von großer Bedeutung. Sie trägt dazu bei, Jung- und Erstwähler/innen über bevorstehende Wahlen zu informieren und politisches Interesse zu wecken“ so Hofer weiter.

liz