Die radikal-islamische Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad kündigte für den Abend eine Pressekonferenz mit der Hamas und den ägyptischen Vermittlern an. Auch das Zweite Israelische Fernsehen berichtete, um 20.00 Uhr MEZ solle in Kairo eine Waffenruhe ausgerufen werden, die allerdings erst um Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MEZ) in Kraft trete.Nahezu zeitgleich flog die israelische Luftwaffe eine neue Offensive, bei der mindestens 16 Palästinenser getötet wurden. Auch ein israelischer Soldat kam am Dienstag ums Leben. Damit starben bei Angriffen 133 Menschen im Gazastreifen und vier in Israel. Fast 1000 Menschen wurden verletzt, die meisten von ihnen Palästinenser.Am Nachmittag hatte bereits Ägyptens Präsident Mohammed Mursi angekündigt: „Der israelische Angriff auf den Gazastreifen wird heute enden. Die Bemühungen um eine Waffenruhe zwischen der palästinensischen und der israelischen Seite werden in den nächsten Stunden positive Ergebnisse bringen.“Nach Informationen des israelischen Rundfunks sollte die Waffenruhe voraussichtlich während des Israel-Besuchs von US-Außenministerin Hillary Clinton am Abend verkündet werden. Ein Sprecher des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu wollte sich dazu nicht äußern. Zuvor hatte er eine Einigung dementiert.Zur selben Zeit bombardierte Israels Luftwaffe nach Augenzeugenberichten verschiedene Ziele in Gaza und Beit Hanun im nördlichen Gazastreifen. Die Angriffe begannen, als gerade eine 56-köpfige Delegation arabischer Außenminister und Diplomaten auf Solidaritätsbesuch durch Gaza-Stadt fuhr. Dazu gehörten auch der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, und der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu.In Gaza-Stadt richteten Hamas-Mitglieder sechs Palästinenser wegen angeblicher Kollaboration mit Israel öffentlich hin. Die Opfer seien ohne Gerichtsverhandlung auf der Straße erschossen worden, berichteten Augenzeugen. Anschließend blieben die Leichen für Schaulustige liegen.Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte die Vereinten Nationen auf, ein sofortiges Waffen-Embargo gegen Israel, die Hamas und andere bewaffnete Gruppen im Gazastreifen zu verhängen und internationale Beobachter in die Region zu entsenden. Das Internationale Rote Kreuz (IKRK) äußerte sich besorgt über die vielen zivilen Opfer. dpa