Dienstag, 26. Mai 2015

Wahlanalyse bei SVP nach "schmerzlichen Verlusten"

Gemeinsam mit den Verantwortlichen der Städte Bozen, Meran und Leifers hat die SVP-Leitung am Dienstag das Ergebnis der Stichwahlen analysiert. „Der Verlust des Bürgermeisters in Meran schmerzt sehr“, sagte Parteiobmann Philipp Achammer.

Foto: © D

Für programmatische Gespräche sei man in Meran aber selbstverständlich offen – ebenso in Leifers. In der Landeshauptstadt Bozen habe man entscheidend dazu beigetragen, dass Luigi Spagnolli (PD) wieder zum Bürgermeister gewählt worden ist.

Am Samstag werden bei einer großen Ortsobleutekonferenz in Andrian die Ergebnisse der anderen Gemeinden unter die Lupe genommen.

"An Zusammenarbeit interessiert" 

Bezüglich des Verlustes des Bürgermeisters in Meran bekräftigte Philipp Achammer: „Es war sicher kein Fehler, in Meran im Vorfeld auf offene Vorwahlen zu setzen.“

Jetzt solle mit Bürgermeister Paul Rösch nach einer möglichen programmatischen Übereinkunft gesucht werden. „Wir sind an einer Zusammenarbeit während der nächsten fünf Jahre interessiert, aber nicht um jeden Preis. Schließlich sind wir in erster Linie unseren Wählern verpflichtet.“

Keine Schuld an Di Fede-Niederlage

Die SVP Leifers wird sich schon demnächst mit dem neu gewählten Bürgermeister Christian Bianchi treffen, um über eine mögliche gemeinsame Zukunft zu beraten. „Ich sage es ganz offen: Als Parteiobmann habe ich aber große Schwierigkeiten, mit Vertretern von Lega Nord oder Fratelli d’Italia zusammenzuarbeiten“, unterstrich Philipp Achammer. Diese Kräfte stünden für Positionen, die mit jenen der Südtiroler Volkspartei nicht vereinbar sind.

Die Ortsgruppen von Leifers haben bekanntlich keine Empfehlung für die Stichwahl abgegeben. „Wir lassen uns jetzt aber sicher nicht öffentlich die Schuld für die knappe Niederlage von Liliana Di Fede zuschieben“, meinte der Parteiobmann. Auch der Partito Democratico sei aufgefordert, seine Ergebnisse tiefgreifend zu analysieren. 

„In der Landeshauptstadt Bozen ist es durch eine wesentliche Unterstützung der Südtiroler Volkspartei gelungen, Luigi Spagnolli als Bürgermeister zu bestätigen“, erklärte Philipp Achammer. Vor allem in den mehrheitlich deutschsprachigen Stadtvierteln habe der bisherige Amtsinhaber auffällig viele Stimmen erhalten.

Themen oder Personen schuld? 

Im Hinblick auf die Ortsobleutekonferenz, die am Samstag in Andrian stattfinden wird, kündigte Parteiobmann Philipp Achammer an: „Wir werden die Ergebnisse der jüngsten Gemeindewahlen genau analysieren. Und wir werden ganz offen darüber reden, welches die Gründe für das insgesamt nicht zufriedenstellende Abschneiden der Südtiroler Volkspartei waren – was hat einem besseren Ergebnis im Weg gestanden: Waren es die Themen oder die Personen? War es die strategische Ausrichtung? Oder gibt es andere Ursachen?“ 

Schlussendlich werde es auch um die Frage gehen, welche grundsätzliche Ausrichtung in den nächsten Jahren verfolgt werden solle – und ob es dafür von den Ortsobleuten eine starke Rückendeckung für die Parteiführung gebe.

stol