Montag, 16. Oktober 2017

Wahlen in Österreich: Mehr als 750.000 Stimmen fehlen noch

Mehr als 750.000 Stimmen der Nationalratswahl sind noch nicht ausgezählt. Diese Briefwahl- und Wahlkartenstimmen dürften der SPÖ doch noch Platz 2 vor der FPÖ bringen.

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NEOS und Liste Pilz haben laut den Briefwahlprognosen nichts zu befürchten – und die Grünen müssen für den Verbleib im Nationalrat auf ein Wunder hoffen. In den Prognosen von ARGE Wahlen und SORA/ORF bleiben sie unter vier Prozent.

Auszählung erst am Montag und Donnerstag

Den größten Teil der noch offenen Stimmen werten am Montag die Bezirkswahlbehörden aus – nämlich jene, die per Post geschickt wurden. Dies dürften mehr als 700.000 sein. Das Ergebnis lag 2013 um 22.30 Uhr vor. Heuer könnte es eventuell noch etwas später werden, werden doch alle Wahlbehörden strikt die gesetzlichen Vorgaben einhalten. Das bedeutet z.B., dass sie die Briefwahlkuverts erst Montag ab 9.00 Uhr aufschlitzen dürfen – und nicht schon am Sonntag oder früher am Montag damit beginnen dürfen.

Am Donnerstag sind die Landeswahlbehörden dran: Sie zählen die Wahlkarten aus, die am Sonntag in „fremden“ Wahlkreisen abgegeben wurden – und zwar nicht nur „klassisch“ als Wahlkarte, sondern heuer erstmals auch als Briefwahl (also ausgefüllt und unterschrieben). Letzteres war bei früheren Wahlen nicht möglich, und so lässt sich nicht wirklich abschätzen, wie viele Stimmen am Donnerstag noch anfallen. Zwischen 50.000 und 100.000 wurde gerechnet.

Zahl der Stimmen unklar

Wobei freilich auch nicht genau feststeht, wie viele Stimmen insgesamt noch zu den 4.324.760 aus dem vorläufigen Endergebnis vom Sonntag dazukommen – und sich die beiden Hochrechner diesbezüglich auch nicht ganz einig sind. Die APA-Hochrechner der ARGE Wahlen gehen von 778.100 abgegebenen und 771.000 gültigen Stimmen für die Montags- und Donnerstagsrunde aus, die ORF-Hochrechner von SORA von 750.228 gültigen Stimmen.

889.193 Wahlkarten wurden ausgestellt. Ein Teil von ihnen wurde am Sonntag im eigenen Wahlkreis verwendet und somit bereits mit der Urnenwahl ausgezählt. Etwas mehr als 80 Prozent fallen nach den Erfahrungen der letzten Wahlen für die Auszählungen am Montag und Donnerstag an.

apa

stol