Das kündigte der Vizevorsitzende des PD, Enrico Letta, am Donnerstag an. Ein reines Proporzwahlsystem soll wieder eingeführt werden, wie es in Italien bis Anfang der Neunzigerjahre galt. Jede Gruppierung soll allein – also ohne Listenverbindungen – am Wahlkampf teilnehmen. Vorgesehen ist eine Prämie für die stärkste Einzelpartei. Diese soll zwischen zehn und 15 Prozent mehr Sitze im Vergleich zu den erhaltenen Stimmen bekommen. Damit soll die Stabilität im Parlament gesichert werden. Außerdem ist eine fünfprozentige Sperrklausel geplant. Einziger Streitpunkt sei noch die von dem PdL geforderte Wiedereinführung von Vorzugsstimmen, mit denen die Wähler ihre Kandidaten im Parlament bestimmen sollen, so Letta. Damit könne man das Band zwischen Wählern und Parlamentariern stärken, meint der PdL. Dagegen wehrt sich jedoch die PD. „Das neue Wahlgesetz ist unsere letzte Chance. Wir wollen, dass das Parlament vor den Wählern wieder an Glaubwürdigkeit zurückgewinnt“, meinte Letta.mitWer diese nicht bewältigt, bleibt aus dem Parlament ausgeschlossen.Der PdL drängt auf die Wiedereinführung von Vorzugsstimmen, mit denen die Wähler ihre Kandidaten im Parlament bestimmen sollen. Damit könne man das Band zwischen Wählern und Parlamentariern stärken, behauptet der PdL. Zugleich ist die Partei der Ansicht, dass der Premierkandidat der einzelnen Parteien vor den Wahlen bestimmt werden muss. Die Wähler müssten wissen, wer der Premierkandidat sei.Seit Monaten wächst der Druck auf die politischen Kräfte für eine Wahlrechtsreform. Das Verfassungsgericht in Rom hatte im Jänner zwei Anträge auf ein Wahlrechtsreferendum abgelehnt, die der Partito Democratico (PD) und die Gruppierung „Italia dei valori“ (IDV) eingereicht hatten. Die Richter mahnten jedoch an, das seit 2006 geltende Wahlgesetz zu ändern.mit/D