Freitag, 08. Juni 2018

Wahlkampfauftakt wegen schlechter Stimmung abgesagt

Wegen mieser Stimmung abgesagt: Weil bei der SVP vom Überetsch, ins Pustertal und Vinschgau die Schwelbrände motten, gibt es am Sonntag keine Fete mit Herz-Jesu-Feuer auf der Plose. Den Wahlkampfauftakt gibt es erst, wenn alle Feuerchen gelöscht sind, die Landtagsliste vollständig und die Stimmung besser ist.

Weil bei der SVP vom Überetsch, ins Pustertal und Vinschgau die Schwelbrände motten, gibt es am Sonntag keine Fete mit Herz-Jesu-Feuer auf der Plose.
Badge Local
Weil bei der SVP vom Überetsch, ins Pustertal und Vinschgau die Schwelbrände motten, gibt es am Sonntag keine Fete mit Herz-Jesu-Feuer auf der Plose. - Foto: © D

Dass der erst als Parteiausschuss geplante und dann in einen Event mit Herz-Jesu-Feuer umfunktionierte Wahlkampfauftakt bei der SVP-Basis keine Freudenstürme auslöst, hatte sich herumgesprochen. Von 100 Pusterer SVP-Funktionären sollen 10 zugesagt haben. „Es stimmt, dass manche mit dem Termin am Sonntag wenig Freude hatten“, so Obmann Achammer. „200 Leute hatten aber zugesagt“, so Wahlkampfleiter Thomas Widmann. „Das war also nicht ausschlaggebend für die Absage“, betont Achammer.

Vielmehr sei die Stimmung nicht gut. 8 der letzten 10 Plätze auf der SVP-Landtagsliste hätten am Sonntag auf Vorschlag von Landeshauptmann Arno Kompatscher und Obmann Achammer vergeben werden sollen – und jetzt sind beide als Feuerwehrmänner unterwegs. Das Pustertal droht, gegen den Vorschlag zu stimmen, wenn es mit der Kandidatur von lvh-Chef Gert Lanz bei 8 Pusterer Kandidaten bleibt. Das Überetsch macht mobil, weil es mit Lanz die Felle seines Kandidaten Zublasing davonschwimmen sieht. Der Bauernbund zittert um den Listenplatz für Joachim Reinalter.

Vinschgau: Pinggera sorgt für Turbulenzen

Zudem sorgt im Vinschgau die Kandidatur von Dieter Pinggera für Turbulenzen, da der Bezirk mit nur 2 Kandidaten ins Rennen gehen wollte, jetzt aber 3 erhalten soll. Auswirkungen hat dies bis ins Burggrafenamt, wo Arbeitnehmer Zeno Christanell nicht amüsiert von der nahenden Konkurrenz durch Arbeitnehmer Pinggera sein soll. Nicht gut angekommen sei laut Achammer und Widmann die Nominierung von Ex-PD-Senatorin Francesca Puglisi zur Südtirol-Botschafterin in Rom.
Hätte man am Sonntag den 8er-Vorschlag gar nicht durchgebracht? „Das glaube ich weniger“, hält Widmann den Ball flach. Ziel eines Wahlkampfauftakts sei aber gute Stimmung. „Und es macht kann keinen Sinn, ins Rennen zu starten, wenn alle missmutig sind“, so der SVP-Wahlkampfleiter.

Der Aufschub sei kein Beinbruch, meint Achammer. „Wir müssen zuerst alle Geschichten um die Kandidatenliste klären. Diese Zeit nehmen wir uns“, so Achammer. Es handle sich um einen Aufschub von höchstens 10 bis 14 Tagen. Dann aber werde die SVP ihren Ortsobleuten eine komplette Liste vorlegen. 2 Plätze aus strategischen Gründen weiter offen zu lassen, verlängere die Unruhe. Keiner wolle die Katze im Sack kaufen. „Die Rückmeldung der Basis ist, dass sie über einen Gesamtvorschlag abstimmen will und dem werden wir nachkommen“, verspricht Achammer.

D/bv

stol