<BR />Die Freiheitlichen plädieren für einen „Wahlkreis an der Etsch“, der Freie Abgeordnete Andreas Leiter Reber für je einen Wahlkreis Südtirol für Kammer und Senat, in denen die Mandatare im Verhältniswahlrecht gewählt werden. <BR /><BR />Leiter Reber versucht für seinen Vorschlag mit einem Beschlussantrag im Landtag, den auch Thomas Widmann und das Team K mitunterzeichnet haben, gleich Nägel mit Köpfen zu machen. Bekanntlich hat es der Fratelli d’Italia Kammerabgeordnete Alessandro Urzì auf den Senatswahlkreis Bozen/Unterland abgesehen und will ihn „italienergerecht“ zuschneiden. <BR /><BR />Nach dem Plazet aus der Kammer tritt der Vorschlag im Rahmen der Wahlrechtsreform nun seinen Weg im Senat an. Für Leiter Reber bringt Urzìs Vorschlag „nur das an die Oberfläche, was viele Demokraten seit Jahren kritisieren: Südtirols Wahlgesetz ist parteipolitisch gefärbt, schränkt den Pluralismus ein und die Wahlergebnisse geben in Rom ein verzerrtes Bild der politischen Realität wider.“ Er rechnet vor: Von den 28 deutsch- und ladinischsprachigen Abgeordneten im Südtiroler Landtag seien nur 40 Prozent von der SVP, die deutschsprachige Südtiroler Vertretung in Rom sei jedoch zu 100 Prozent von der SVP. <BR /><BR />Als „parteipolitisch motiviert“ bezeichnet Leiter Reber auch Urzìs Vorstoß: „Schon deswegen ist eine Aufteilung des Wahlkreises ohne eine grundlegende Reform des Wahlgesetzes abzulehnen“, sagt Leiter Reber. Über seinen Beschlussantrag will er nun erreichen, dass sich der Landtag mehrheitlich für einen einheitlichen Südtiroler Wahlkreis und die Abschaffung der Prozenthürde ausspricht und gleichzeitig die von ihm in die Sechser- und Zwölferkommission entsandten Vertreter sowie die Landesregierung beauftragt, sich eben dafür in Rom einzusetzen. Im Landtag dürfte es jedenfalls spannend werden, denn Leiter Reber rechnet durchaus mit weiteren Stimmen aus der Opposition.<h3> Für einen „Wahlkreis an der Etsch“</h3>Auch für den Freiheitlichen-Obmann Roland Stauder ist klar: Zum Urzì-Vorstoß „ist hier und jetzt eine Alternative zu formulieren“. Für ihn besteht die Lösung darin, das Unterland insgesamt zum Wahlkreis Vinschgau/Burggrafenamt zu schlagen – als „Wahlkreis an der Etsch“. Übrig bliebe dann ein Senats-wahlkreis Bozen-Leifers-Branzoll, „dem ein italienischer Senator gesichert wäre“. <BR /><BR />Ein „Senatswahlkreis an der Etsch“ sei alles andere als absurd, schreiben er und Vorstandsmitglied Sigmar Stocker in einer Aussendung: „Von den Zahlen her würde eine Angleichung an den jetzigen Senatswahlkreis Pustertal-Eisacktal-Wipptal stattfinden: Beide hätten rund 200.000 Einwohner und rund 80 Prozent deutsche Bevölkerung. Ein Unterlandler hat mit einem Vinschger gleich viel zu tun wie ein Kastelruther mit einem Hochpustertaler.“