Die FPÖ, deren Stimmen für eine erfolgreiche Absetzung des Kanzlers gebraucht werden, deutete ihre Unterstützung an, ohne sich endgültig festzulegen. Im Fall eines Misstrauensvotums muss Bundespräsident Alexander Van der Bellen übergangsweise einen neuen Kanzler ernennen, der ein Kabinett vorschlägt.Erstes erfolgreiches MisstrauensvotumDie Opposition wirft dem Kanzler vor, eine Mitverantwortung für die Regierungskrise zu tragen, weil er die rechte FPÖ als Koalitionspartner an Bord geholt hatte. Außerdem sieht die Opposition ein mangelndes Bemühen um gemeinsame Lösung mit allen Parteien gerade in der Krise. Es wäre das erste erfolgreiche Misstrauensvotum in der Geschichte des Landes.ÖVP-Chef Kurz erhielt aber am Sonntag reichlich Rückenwind von den Wählern: Die Volkspartei fuhr laut erster Hochrechnung mit 34,9 Prozent der Stimmen einen Triumph bei der Europawahl ein, ein Plus von 7,9 Prozentpunkten im Vergleich zur EU-Wahl 2014. Die FPÖ verlor 2,5 Prozentpunkte und rutschte auf 17,2 Prozent ab. Die SPÖ konnte von der Regierungskrise nicht profitieren, 23,4 Prozent bedeuteten ein leichtes Minus von 0,7 Prozentpunkten. Die Grünen sind mit 14 Prozent nahe an ihrem Rekordergebnis von 2014, als sie 14,5 Prozent der Stimmen bekamen.dpa