Wenn man den Umfragen glauben kann, wird es erstmals eine Frau als Ministerpräsidentin geben. Giorgia Meloni ist die eindeutige Umfragesiegerin. Zu groß ist die Unzufriedenheit der Bürger mit der politischen und wirtschaftlichen Situation in Italien.<BR /><BR /> Seit den Parlamentswahlen im März 2018 hat es zu viele Hauruck-Aktionen in Rom gegeben. Die 5-Sterne-Bewegung hat das Land ziemlich durcheinandergebracht und sich selbst ebenso. Von der großen Bewegung um den Komiker Beppe Grillo sind nur mehr zerstrittene Trümmerhäufchen übrig geblieben. <BR /><BR /><embed id="dtext86-56165785_quote" /><BR /><BR />Das Mitte-links-Lager ist so zerstritten, dass eine Konzentration der Stimmen schwer erfolgen kann; trotz starker Bemühungen des PD um Enrico Letta. Dafür dürfte Mitte-Rechts eine satte Mehrheit erlangen. <BR /><BR />Für das Land wären klare Mehrheitsverhältnisse von Vorteil. Problematisch könnte allerdings das Verhältnis zu Brüssel werden. In Europa genießt kein anderer italienischer Politiker das Image von Mario Draghi, der die Brüsseler Geldtruhen für Italien öffnen konnte.<BR /><BR /> Es bleibt zu hoffen, dass die neue Regierung in Rom die heikle Situation erkennen und alle notwendigen Maßnahmen fortsetzen wird, um dem Land die dringend benötigten Hilfsgelder aus dem EU-Topf zu sichern.<BR /><BR /><b>Die Wahlen in Südtirol</b><BR /><BR /> Für Südtirol ist es wichtig, dass wieder eine starke Vertretung der Südtiroler in Rom auftritt. Und es ist wichtig, dass die Südtiroler zur Wahl gehen. Eine hohe Wahlbeteiligung ist für Rom ein starkes Zeichen, dass die Minderheit ihre demokratischen Rechte wahrnimmt und daher berechtigt ist, diese auch einzufordern.<BR /><BR /><b>Wahlen im Bundesland Tirol</b><BR /><BR /> Am Sonntag findet im Bundesland Tirol ebenso eine Schicksalswahl statt. Nach dem Rücktritt von Landeshauptmann Günther Platter wird der Landtag und somit sein Nachfolger gewählt. Die Umfragen sehen große Verluste für die regierenden Parteien ÖVP und Grüne voraus. Die ÖVP soll auf ein historisches Tief abstürzen. Der von der ÖVP vorgeschlagene Nachfolger im Amt des Tiroler Landeshauptmannes, Anton Mattle, gibt sich aber kämpferisch und siegessicher. <BR /><BR /><embed id="dtext86-56165786_quote" /><BR /><BR />Es wird also ein spannender Wahlsonntag im Bundesland Tirol, in Südtirol und in ganz Italien. Daher können wir gespannt sein, ob die Wahlprognosen eintreten werden. Womöglich erleben wir am Montag eine Überraschung in Rom, Bozen und Innsbruck.<BR /><BR />toni.ebner@athesia.it<BR /><BR /><b>Alle Berichte rund um die Parlamentswahlen <a href="https://www.stol.it/tag/Parlamentswahlen%202022" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">finden Sie hier.</a></b>