Mittwoch, 03. April 2019

Wahlzettel in Istanbul werden neu ausgezählt

Nach den Kommunalwahlen in der Türkei werden in Istanbul in einigen Bezirken die Stimmzettel neu ausgezählt.

Oppositionskandidat Ekrem Imamoglu beanspruchte den Wahlsieg für sich. - Foto: APA (AFP)
Oppositionskandidat Ekrem Imamoglu beanspruchte den Wahlsieg für sich. - Foto: APA (AFP)

In 18 Bezirken würden Wahlzettel überprüft, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch. In drei Bezirken werden demnach sogar alle Stimmzettel neu ausgezählt.

Angesichts ihrer erwarteten Niederlage in Istanbul und Ankara hatte die Regierungspartei AKP zuvor in beiden Städten Einspruch gegen das Ergebnis eingelegt. AKP-Vertreter hatten am Dienstag Unregelmäßigkeiten und Fälschungen bei der Wahl am Sonntag geltend gemacht. In Ankara forderten sie eine Neuauszählung in elf Bezirken. Wann diese beginnt, ist unklar. Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte in einem Video, das am Mittwoch in Online-Netzwerken veröffentlicht wurde: „Alles ist noch offen.”

Ein Verlust von Ankara und Istanbul wäre für die AKP ein harter Schlag, nachdem sie und ihre islamisch-konservative Vorgängerpartei die Städte 25 Jahre lang regiert hatte. Die erwartete Niederlage in den beiden größten Städten der Türkei gilt auch als persönlicher Denkzettel für Erdogan, nachdem er die Abstimmung zu einer Art Referendum über seine eigene Politik gemacht hatte.

Zuvor hatte der Oppositionskandidat Ekrem Imamoglu die Wahlkommission aufgefordert, ihn als Sieger anzuerkennen. Sie solle ihm das Mandat sobald wie möglich geben, sagte Imamoglu am Mittwoch vor Journalisten. „Wir wollen Gerechtigkeit.” Die Wahlbehörde solle sich nicht von der Regierung unter Druck setzen lassen.

apa/ag.

stol