Montag, 22. Oktober 2018

„Wahlziel erreicht, aber...“

Landeshauptmann Arno Kompatscher hat das Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl als „gutes Ergebnis“ bezeichnet. Das „primäre Wahlziel“, ein Resultat über 40 Prozent einzufahren, sei erreicht worden, sagte Kompatscher Montag früh in einem Interview im Wahlstudio von STOL im Palais Widmann zum allerdings schlechtesten Ergebnis in der Geschichte der SVP.

Arno Kompatscher. - Foto: DLife
Arno Kompatscher. - Foto: DLife

Die Stimmenverluste würden zweifelsohne „schmerzen“, seien aber "in Grenzen gehalten worden" und auch darauf zurückzuführen, dass mit dem Team Köllensperger ein neuer Bewerber angetreten sei.

"Die SVP hat in einigen Städten Verluste erlitten, vielleicht wegen der Italiener, die von der Doppelpass-Debatte abgeschreckt wurden, dafür im ländlichen Raum hinzugewonnen", erklärte Kompatscher, der aber einen "klaren Regierungsauftrag" für die SVP sieht. "Wir haben drei Mal so viele Stimmen wie die zweitstärkste Partei erhalten."

„Es herrscht Genugtuung, nicht Zufriedenheit“, betonte Kompatscher und begründete dies damit, dass die Südtiroler Volkspartei ihre „Ausnahmestellung“ als Partei der Mitte europaweit verteidigt habe.

Laut Kompatscher keine Radikalisierung 

„Südtirol hat die Mitte gehalten“, beurteilte der ehemalige Völser Bürgermeister das Wahlergebnis, in dem sich seiner Ansicht nach keine Radikalisierung widerspiegle, so Kompatscher. Einen Rechtsruck sah der Landeshauptmann nur aufseiten der italienischen Sprachgruppe, nicht aufseiten der deutschen.

Dass die SVP 2 Landtagsabgeordnete beziehungsweise 3,8 Prozent der Stimmen verloren haben liege auch am "Kontext in ganz Europa. Regierungsparteien haben es derzeitigen nicht einfach. Die allgemeine Stimmungslage geht auch an uns nicht vorbei", unterstrich der Landeshauptmann am Montagmorgen gegenüber STOL.

Ergebnis Team Köllensperger sei "beeindruckend"

Als "beeindruckend" bezeichnete Kompatscher das Ergebnis des erst im Sommer gegründeten Team Köllensperger, das 6 Abgeordnete in den Landtag schickt und 15,2 Prozent der Stimmen holte. "Dazu muss man gratulieren", erklärte der Landeshauptmann, der davon ausgeht, dass "viele Stimmen von den Freiheitlichen zum Team Köllensperger gewandert sind."

Eine Koalitionsaussage wollte Kompatscher nicht machen. "Die Partei wird darüber beraten", erklärte der SVP-Spitzenkandidat, aber "viele Optionen haben wir nicht."

Keine Äußerungen zu Koalitionen 

In punkto Koalitionen wollte sich auch SVP-Chef Philipp Achammer nicht festlegen. Man werde nun in „Orientierungsgespräche“ mit anderen Parteien treten und dann die Parteigremien entscheiden lassen, mit wem es konkrete Verhandlungen geben solle, erklärte Achammer auf einer Pressekonferenz in Bozen.

Die SVP-Spitze machte aber erneut klar, dass man mit jener Partei auf italienischer Seite kooperieren werde, die den größten Vertretungsanspruch für die Sprachgruppe geltend machen könne. „Es gibt nicht viele Möglichkeiten“, erklärte Achammer. Auf die Frage, ob die rechtsgerichtete Lega angesichts ihrer beträchtlichen Zuwächse der erste Ansprechpartner sei, wollten weder Kompatscher noch Achammer eingehen.

stol/apa

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