Nun hat der Bürgermeister 90 Zeit eine Nachfolgerin zu bestimmen. Schafft er das nicht, wird ein kommissarischer Verwalter eingesetzt und nächstes Jahr der Gemeinderat neu gewählt.<BR /><BR />Mit 2 Stimmen Vorsprung setzte sich Philipp Kerschbaumer von der Bürgerliste im Jahr 2020 bei den Gemeinderatswahlen gegen seinen Kontrahenten Oswald Rabanser von der SVP als Bürgermeisterkandidat durch. 6 Ratsmitglieder der Bürgerliste sitzen seitdem 6 Ratsmitgliedern der SVP gegenüber. Eine Pattsituation, die von Anfang an für Reibung sorgte und nun zu Neuwahlen führt?<BR /><BR />Bürgermeister Philipp Kerschbaumer zeigt sich auf Anfrage nach wie vor positiv gestimmt und zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit trotz Pattsituation weitergeführt werden kann. „Verschiedene Meinungen Platz haben zu lassen“, sei wichtig, meint er. Diskussionen dauerten in Waidbruck deshalb eben etwas länger.<h3> Sichtweisen auf die Dinge sind unterschiedlich</h3>„Das ist nicht meine Art zu arbeiten“, meint hingegen Franziska Gasser zur politischen Situation in Waidbruck. Sie hat am 20. April, einen Tag nachdem die SVP-Ratsfraktion ihren Brief mit ihrer Kritik am Bürgermeister öffentlich gemacht hat, ihren Rücktritt als Gemeindereferentin eingereicht. Ratsmitglied und SVP-Fraktionssprecherin bleibt sie aber weiterhin.<BR /><BR />Auf Nachfrage nach den Gründen verweist sie auf den Brief, der alles sage. Darin wirft die SVP-Ratsfraktion dem Bürgermeister vor, dass seit seinem Amtsantritt nichts im Dorf vorangebracht worden sei, und legt ihm den Rücktritt nahe.<BR /><BR />Nach Veröffentlichung des Briefes versandte der Bürgermeister laut Gasser an alle Ratsmitglieder ein Antwortschreiben. „Das ist vielfach Schönrederei“, sagt Gasser. Man hinke mit Beschlüssen hinterher. Diese würden oft verspätet und fehlerhaft vorgelegt. „Es geht nichts weiter“, bleibt Gasser bei ihrer Meinung.<h3> Nachfolgerin muss wieder eine Frau sei</h3>Nun hat Bürgermeister Kerschbaumer 90 Tage Zeit, dem Gemeinderat einen Vorschlag zur Nachbesetzung des vakanten Referentenposten zu unterbreiten. Da es eine Frau sein muss, stehen 3 Möglichkeiten zur Wahl: Waltraud Hofer und Herta Nössing von der SVP oder Monika Nössing von der Bürgerliste. <BR /><BR />Von Gesprächen mit den SVP-Vertreterinnen weiß Gasser nichts. Kerschbaumer sagt: „Es laufen Überlegungen und intern erste Gespräche“. Die Frage sei auch, wer und ob jemand überhaupt Interesse und Zeit habe, den Posten zu übernehmen. <h3> Gemeindeausschuss ist weiterhin beschlussfähig</h3>„Wir sind im Ausschuss zu zweit beschlussfähig (der zweite ist Vizebürgermeister Oswald Rabanser von der SVP; Anm. der Red.). Aber dass wir zu zweit weiterarbeiten, soll auf kurze Zeit beschränkt bleiben“, betont Kerschbaumer.<BR /><BR />Die Frage, ob er im Zuge der Nachbesetzung auch die bereits mehrfach andiskutierte Aufstockung des Gemeindeausschusses auf 4 Personen wieder zur Debatte mache, verneint Kerschbaumer nicht. Allerdings wirft er ein, dass dies in der eigenen Fraktion noch nicht vertieft worden sei. Und, da er für seinen Vorschlag die Mehrheit im Gemeinderat braucht, müsse dieser auch mit der SVP abgeklärt werden.<BR /><BR />Franziska Gasser kann der Aufstockung nichts abgewinnen, da dann auch im Ausschuss eine Pattsituation vorherrschen würde. An Neuwahlen denkt Bürgermeister Kerschbaumer jedenfalls vorerst noch nicht.