Stimmt die Chemie mit dem Landeshauptmann nicht mehr? Lässt Kompatscher sie deshalb auflaufen? Auch diese Fragen beantwortet Waltraud Deeg im Interview. <BR /><BR /><b>Frau Deeg, viele Politiker träumen ihr ganzes Leben umsonst davon, in die Landesregierung zu kommen. Sie lehnen das Amt ab. Was ist da schief gelaufen? Es hieß ja seit Wochen, dass die Deeg nehmen muss, was übrig bleibt.</b><BR /> Waltraud Deeg: Das stimmt, es geht hier aber nicht um die Medien. Vielmehr hatte ich mit den Landeshauptmann am Wochenende ein offenes und ehrliches Gespräch. Ich habe ihm erklärt, dass ich mich in meine Ressorts eingearbeitet habe, vieles auf den Weg gebracht habe wie den Landessozialplan, aktives Altern, Gewaltprävention und gerne in diesem Bereich weiterarbeiten möchte. Wir haben uns zwar nicht geeinigt, doch er hat gesagt, er nimmt meine Überlegungen mit und gibt mir eine Rückmeldung.<BR /><BR /><b>Das ist nicht passiert?</b><BR />Deeg: Nein. In der Fraktion wurde mir am Montag mitgeteilt, dass meine Aufgabenbereiche Personal, Arbeit und Europa sein werden. Dasselbe wurde im Parteiausschuss wiederholt, weshalb ich mir dort eine Bedenkzeit ausergeben habe.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="986689_image" /></div> <BR /><BR /><b>Weil das nicht reicht?</b><BR />Deeg: Nein, weil die Sache einen Sinn ergeben muss. Als Anwältin und ausgebildete Lehrperson habe ich das Glück, das frei bewerten zu können. Das Personal aus der Generaldirektion auszuklammern, macht keinen Sinn. Ich war in meiner ersten Amtsperiode für das Personal zuständig und es hat sich nicht bewährt, weshalb Personal, Informatik, Organisationsamt bei der Generaldirektion angesiedelt wurden. Die Arbeit wäre eine wichtige Zuständigkeit, allerdings in Kombination mit einem anderen Ressort wie Arbeit/Wirtschaft oder Arbeit/Bildung. Zudem ist es für mich nicht nachvollziehbar, weshalb mir einziger Landesrätin alle 3 bisherigen Aufgabenbereiche entzogen werden. <BR /><BR /><b>Vielleicht, weil die Chemie mit dem Landeshauptmann nicht stimmt? Es heißt, er mag sie nicht besonders...</b><BR />Deeeg. Das habe ich oft gelesen. Ob es stimmt, müssen sie ihn fragen. Ich bin nicht auf den Kopf gefallen und erlaube mir, Dinge klar anzusprechen und auch hartnäckig zu vertreten, doch das muss drin sein.<BR /><BR /><b>Viele haben versucht, sie umzustimmen. Zuletzt gab es einen Anruf vom Landeshauptmann. Hat sich was geändert?</b><BR /> Deeg: Nein.<BR /><BR /><embed id="dtext86-63085159_quote" /><BR /><BR /><b>Haben Sie bei ihrer Entscheidung ans Pustertal gedacht, das jetzt seine einzige Landesrätin verliert?</b><BR />Deeeg. Der Bezirk ist immer hinter mir gestanden, wofür ich dankbar bin. Ich werde jetzt aber im Landtag als einfache Abgeordnete meinen Wählerauftrag auch fürs Pustertal erfüllen.<BR /><BR /><b>Jetzt muss Magdalena Amhof als Landesrätin einspringen..</b><BR />Deeg: Es wird sich sicher eine Lösung finden. Man hätte sie auch vorher finden können, aber da dies nicht gewollt wurde, ist es eben so.<BR /><BR /><b>Nächste Woche wird im Landtag die neue Landesregierung gewählt. Müssen ihre Kollegen um ihre 19 Stimmen zittern, weil sie dagegenstimmen?</b><BR />Deeg: Das habe ich eigentlich nicht vor. Es geht nur darum, dass ich bei sinnlosen Sachen nicht mitmache. Und ich unterstütze sie auch nicht.<BR /><BR />