„Darüber müssen wir auf alle Fälle jetzt schon nachdenken, denn wäre dies der Fall, stehen wir vor immensen Herausforderungen“, sagt Vizebürgermeister Luis Walcher. <BR /><BR />Eines will Vizebürgermeister Luis Walcher gleich klarstellen, um Missverständnissen vorzubeugen: „Ich bin ein großer Fan des FC Südtirol und schaue mir gerne die Spiele der Mannschaft an.“ Begeistert zeigt er sich vom großen Erfolg der einzigen Südtiroler Profimannschaft, die in der Serie B eine mehr als hervorragende „Performance“ hinlegt. „Der FC spielt auf einem Top-Niveau und vor allem vorne mit. Er hat derzeit einen sehr guten Lauf“, freut sich Walcher. <BR /><BR />Unter all die Freude mischt sich allerdings auch etwas Sorge. Denn: „Was passiert, sollte der FC Südtirol in die Serie A aufsteigen?“, fragt sich Walcher. Dann müsste das Drusus-Stadion wohl erweitert werden und noch weitere Herausforderungen kämen auf die Gemeinde zu. <BR /><BR />Bekanntlich wurde die Anlage für rund 20 Millionen Euro für die Serie B fit gemacht. 5152 Plätze stehen zur Verfügung, wird auch noch der V(ery) I(mportant)P(eople)-Bereich ausgebaut, stehen weitere 350 Plätze zur Verfügung. Macht in Summe 5502 Plätze. Für die Serie A wären jedoch 12.000 notwendig. „Bei Verhandlungen mit dem italienischen Fußballverband um eine Ausnahmegenehmigung kämen wir wahrscheinlich auch mit weniger Plätzen aus, eine Erweiterung wäre aber auf alle Fälle notwendig“, sagt Walcher. Die ist zwar möglich, würde aber wiederum eine Stange Geld kosten , und wer dann bezahlt, das steht in den Sternen. <BR /><BR />Unabhängig von dieser Diskussion darf auch das Gesamte Drumherum nicht vergessen werden. Bei jedem Heimspiel stehen 15 Stadtpolizisten rund 6 Stunden im Einsatz. Sie sorgen dafür, dass die Fans der Gastmannschaften den Weg ins Stadion finden. Bekanntlich dient die Trientstraße als Parkplatz für die Fanbusse, der Zugang erfolgt dann über die Holzbrücke zur Hinterseite der Anlage, wo sich der Gästeeingang befindet. „Auch die Radwege werden dafür gesperrt“, weiß Walcher. <BR /><BR />Bewohner der Stadtviertels Haslach und Oberau müssen an den Spieltagen größere Umwege in Kauf nehmen, um nach Hause zu kommen. Walcher bezeichnet diese Tatsache als „Kollateralfolgen“. <BR /><BR />Groß ist der Aufwand auch vor dem Haupteingang. Mitarbeiter der Energie- und Umweltbetriebe SEAB müssen vor und nach jedem Spiel die Wertstoffglocken entfernen und wieder aufstellen. Der Platz muss gereinigt werden. Schon einige Tage vor einem Heimspiel laufen die Sicherheitsvorkehrungen in Zusammenarbeit mit der Quästur.<BR /><BR />„Das ist alles ein Riesenaufwand, der sich bislang gut händeln ließ, wenn aber doppelt so viele Besucher kommen, dann stehen wir vor einem mittelgroßen Problem“, erklärt Walcher. Immerhin absolviere der FC Südtirol 19 Heimspiele pro Jahr. „Wir sollten vorbereitet sein“, meint Walcher. <BR /><BR />„Laut meiner Einschätzung wird ein Aufstieg eher nicht gelingen“, antwortet der „Dolomiten“-FC-Südtirol-Experte Alex Raffeiner auf die Frage, wie realistisch die Chancen für die Serie A sind. Die Meisterschaft sei in vollem Gange und noch einige Spitzenspiele stünden auf dem Programm. „Die Mannschaft ist derzeit wirklich gut unterwegs, aber bis zum Ende der Saison kann noch einiges passieren“, meint Raffeiner.