Donnerstag, 16. April 2020

Warum sind in Südtirol so wenig Geheilte?

Die aktuelle Lage in der Coronakrise, die Bestimmungen der Bewegung im Freien und die Vorbereitung auf Phase 2 waren die großen Themen bei der virtuellen Medienkonferenz von Landeshauptmann Arno Kompatscher am Donnerstagnachmittag.

Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der virtuellen Pressekonferenz am Donnerstag.
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Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der virtuellen Pressekonferenz am Donnerstag. - Foto: © LPA/Fabio Brucculeri
Zu Beginn der virtuellen Medienkonferenz erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher, warum es am Mittwochnachmittag keine virtuelle Medienkonferenz der Landesregierung gegeben hat. Grund war die außerordentliche Landtagssitzung zur Coronakrise, wo u.a. auch das Hilfspaket für Betriebe mit nur einer Gegenstimme genehmigt wurde. Mit der Veröffentlichung des Gesetzes am Freitag tritt es in Kraft, „nächste Woche wird mit der Umsetzung und Auszahlung erfolgen“, so Kompatscher.

In Bezug auf die aktuelle Entwicklung der Daten erklärte Kompatscher, dass die Zahl der Infizierten weiter abflacht. „Das ist eine positive Entwicklung. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen hat sich von 64 auf 35 fast halbiert“.

In einer Videokonferenz mit dem Regierungskommissar und den Polizeikräften stellte Kompatscher am Donnerstag klar, dass bei den Corona-Verordnungen jene des Landeshauptmannes zählt. „Es ist nicht im Ermessen einzelner Ordnungskräfte andere Verordnungen anzuwenden. Wenn man zu Fuß unterwegs ist, kann man auch Gemeindegrenzen überschreiten, denn das hat mit Infektionsgefahr nix zu tun“, so der Landeshauptmann. „Wenn man mit dem Fahrzeug unterwegs ist, müssen triftige Gründe vorliegen, etwa medizinische Gründe“.

Den Bürgermeistern der 116 Gemeinden steht es jedoch frei, in Bezug auf die Bewegung im Freien strengere Regeln zu erlassen, wie z.B. die 400-Meter-Regel in Bozen und Leifers.

Wie geht’s weiter?
„Diese Debatte findet in ganz Europa bzw. weltweit statt. Es wird dazu weitere Verordnungen geben, denn wollen wir Maßnahmen schrittweise lockern, brauchen wir neue Verordnungen. Die Lockerungen und begleitenden Schutzmaßnahmen sollten jedoch nur von den Regionen festgelegt werden und nicht vom Staat, denn die Regionen kennen genau die jeweilige Situation“, so der Landeshauptmann. „Wir werden uns an Verhaltens- und Abstandsregeln gewöhnen müssen. Egal ob im Restaurant oder auf der Baustelle.“

Warum sind in Südtirol so wenig Geheilte?
Dazu erklärte Kompatscher: „In Südtirol sind Covid-19-Patienten nicht länger krank, sondern das Protokoll ist ein anderes. In Südtirol müssen 2-3 Kontrolltests im Abstand von mehreren Wochen gemacht werden. Erst wenn alle Kontrollen negativ sind, wird der Patient als geheilt eingestuft.“ In anderen Ländern, u.a. in Österreich, sind die Parameter für eine Einstufung als genesen andere.

Alle Artikel sowie die Übersichtskarten der Lage in Südtirol, in Italien und weltweit mit allen aktuellen Zahlen in Sachen Coronavirus finden Sie hier.

zor

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