Der Chef des Arbeitsförderungsinstituts hat einige Vorschläge, wie Väter dazu bewegt werden können, zuhause zu bleiben.<BR /><BR /><embed id="dtext86-63923689_quote" /><BR /><BR />Die Statistiken zeigen – sowohl bei Vätern als auch bei Müttern – dass Elternzeit vor allem in jener Zeit genommen wird, in der das volle Gehalt bezahlt wird – und nicht nur 30 Prozent. Dorigoni wäre dafür, das Modell von Spanien zu übernehmen: eine verpflichtende Elternzeit für Väter und Mütter für einen bestimmten Zeitraum festzulegen – beispielsweise jeweils 6 Monate. Diese Elternzeit sollte dann auch gut bezahlt werden und es sollte die Möglichkeit zur Stückelung geben. Der AFI-Vorsitzende spricht sich dafür aus, dass die gesamte Elternzeit mit beispielsweise 60 Prozent des Gehaltes entlohnt wird. Das wäre besser als die ersten beiden Monate mit 100 Prozent zu entlohnen, und die folgenden Monate dann nur mehr mit 30 Prozent.<h3> Elternzeit: Keine steile Kurve nach oben</h3>2022 haben in der Region Trentino-Südtirol 26,5 Prozent der Väter Elternzeit genommen. Im Corona-Jahr 2021 waren es 23,9 Prozent gewesen, 2019 – vor Corona – hingegen 25,3 Prozent. Somit nimmt zwar jeder vierte Vater inzwischen Elternzeit – allerdings gibt es in der jährlichen Entwicklung seit 2018 keine steile Kurve nach oben. Ein deutlicher Fortschritt zu vor 15 Jahren ist es immerhin: Im Jahr 2009 betrug der Anteil der Väter in fakultativer Elternzeit nur 10,6 Prozent. <h3> Mütter nehmen mehr als doppelt so viel Elternzeit</h3>Mütter nehmen nach wie vor wesentlich mehr Elternzeit in der Region als Väter – durchschnittlich 71,8 Tage waren es 2022, bei den Vätern sind es durchschnittlich 30,7 Tage. Diese Zahlen zeigen: So lange 100 Prozent an Gehalt gezahlt werden, ist die Elternzeit besonders attraktiv – 30 Prozent an Gehalt ist hingegen vielen Eltern zu wenig.<h3> Obligatorischer Vaterschaftsurlaub: Starkes Plus</h3>Ein deutlicher Anstieg wird beim obligatorischen Vaterschaftsurlaub verzeichnet: Ein Betrieb muss einem Arbeitnehmer bis zu 10 Tage obligatorischen Vaterschaftsurlaub gewähren, wenn dieser ihn beantragt. 2022 nahmen immerhin 4995 Väter in der Region diesen Urlaub in den Monaten vor oder nach der Geburt in Anspruch, 2021 waren es noch 4718 gewesen, 2020 hingegen 4021. Verglichen mit 2019 liegt das Plus 2022 bei immerhin 25 Prozent.<h3> Landesfamiliengeld+ ist reformbedürftig</h3>Rückläufig ist hingegen die Zahl der Väter im Privatsektor, die für mindestens 2 volle und ununterbrochene Monate Elternzeit nehmen und dafür um das Landesfamiliengeld+ ansuchen. 2023 haben in Südtirol nur 70 Väter dieses Geld erhalten, 2022 waren es 89 gewesen, 2018 noch 112. Väter erhalten mit dem Landesfamiliengeld+ 400 bis 800 Euro pro Monat, je nachdem, wieviel sie in der Elternzeit Entlohnung vom Arbeitgeber bekommen. 400 Euro erhalten Väter monatlich, die während der Elternzeit noch 30 Prozent der Entlohnung beziehen – und 800 Euro hingegen jene Väter, die während der Elternzeit, für die sie um den Zusatzbeitrag des Landes ansuchen, keine Entlohnung beziehen. <BR />Das Landesfamiliengeld+ ist als Maßnahme reformbedürftig. Für viele Arbeitnehmer im Privatsektor ist es schlicht und einfach nicht möglich, volle 2 Monate ununterbrochen Elternzeit zu nehmen. Dorigoni wäre dafür, dass Väter das Landesfamiliengeld+ auch dann erhalten sollten, wenn sie ihre Elternzeit stückeln – also statt der vollen Monate auch nur Tage oder Wochen nehmen. Zudem ist das Landesfamiliengeld+ zu wenig bekannt, glaubt er.<BR /><BR />