Dienstag, 28. November 2017

Was die Kärntner Slowenen mit Südtirol verbindet: ein Besuch

Was den Schutz der Minderheiten angeht, so gilt Südtirol den Slowenen in Kärnten nach wie vor als Modell und Beispiel, auch wenn die Situation in den beiden Ländern unterschiedlich ist. Im Mittelpunkt des Treffens einer Abordnung der Kärntner Slowenen mit Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrätin Martha Stocker standen daher Minderheitenfragen und Wirtschaftsthemen.

Auch über Investitionen Südtiroler Unternehmen in Slowenien hat LH Kompatscher mit der Delegation gesprochen, insbesondere mit dem Präsidenten der slowenischen Wirtschaftskammer, Bostjan Gorjup. - Foto: LPA/mb
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Auch über Investitionen Südtiroler Unternehmen in Slowenien hat LH Kompatscher mit der Delegation gesprochen, insbesondere mit dem Präsidenten der slowenischen Wirtschaftskammer, Bostjan Gorjup. - Foto: LPA/mb

Die Kärntner Slowenen (Koroški Slovenci) sind als autochthone slowenischsprachige Volksgruppe verfassungs- und völkerrechtlich abgesichert und entsenden Vertreter in den österreichischen Volksgruppenbeirat. 2010 wurde der Sprachschatz der Slowenischen Flur- und Hofnamen in Kärnten zum Immateriellen UNESCO-Welterbe erklärt. Mit Südtirol pflegen die Kärntner Slowenen seit Jahrzehnten eine Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen.

Pflege von Sprache und Kultur wachhalten

"Angesichts der Rahmenbedingungen ist es in Kärnten nicht immer leicht, besonders unter den Jugendlichen, das Bewusstsein für die Pflege von Sprache und Kultur wach zu halten", betonten bei ihrem Besuch im Palais Widmann in Bozen Gabriel Hribar, der Vorsitzende der Einheitsliste der Kärntner Slowenen, und Franc Jozef Smrtnik, der Bürgermeister der Gemeinde Eisenkappel, eine der Gemeinden, in denen die Slowenen rund ein Drittel der Bevölkerung ausmachen.

Die Zusammenarbeit und der Austausch mit Südtirol seien wichtig und hilfreich, um Verständnis für Minderheitenfragen zu schaffen und Lösungen zu finden, betonten die Minderheitenvertreter gegenüber Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrätin Martha Stocker. Stocker ist vor kurzem für ihr langjähriges Engagement für Volksgruppenanliegen und insbesondere für den Einsatz für die Kärntner Slowenen mit dem Einspieler-Preis ausgezeichnet worden.

Minderheiten benötigen eine wirtschaftliche Grundlage 

Hribar und Smrtnik sind Teil einer Delegation Kärntner Slowenen, die sich derzeit in Südtirol aufhält. Mit dabei sind auch Benjamin Wakounig und Felix Wieser, Präsident und Vizepräsident des Slowenischen Wirtschaftsverbandes (SGZ) sowie der Präsident der Wirtschaftskammer Sloweniens, Bostjan Gorjup. Einig war man sich bei dem Gespräch im Palais Widmann, dass Minderheiten eine wirtschaftliche Grundlage benötigten.

Über die wirtschaftliche Entwicklung und die Zusammenarbeit zwischen Südtirol, Kärnten und Slowenien nicht zuletzt auf der Grundlage des im vergangenen Jahr unterzeichneten Abkommens mit der Handelskammer sowie über die Stärkung des ländlichen Raumes tauschten sich die hochrangigen Wirtschaftsvertreter aus Kärnten und Slowenien mit Landeshauptmann und Wirtschaftslandesrat Kompatscher aus. Dabei wurde auch über Investitionen Südtiroler Unternehmen in Slowenien gesprochen.

Der Kärntner Delegation wir im Rahmen ihres zweitägigen Südtirol-Aufenthaltes der Europäischen Akademie Eurac und der Handelskammer einen Besuch abstatten.

stol/lpa

stol