Mittwoch, 09. März 2016

Was für ein Grenzmanagement: Nichts Genaues weiß man nicht

So lässt sich das Ergebnis des Flüchtlingsgipfels in Bozen am Dienstagabend am besten zusammenfassen. Weil Österreich seine konkreten Pläne nicht offenlegen will, muss ich Südtirol in Sachen Grenzkontrollen, Zaun und Flüchtlingsrückstau auf alle möglichen Szenarien vorbereiten. Besonders am Brenner sorgt das für Bauchweh.

Der Bozner Sicherheitsgipfel am Dienstagabend.
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Der Bozner Sicherheitsgipfel am Dienstagabend. - Foto: © STOL

Regierungskommissärin Elisabetta Margiacchi hatte zum Flüchtlingsgipfel geladen, neben Landesrätin Martha Stocker, Landeshauptmann Arnold Kompatscher und Quästor Lucio Carluccio nahmen weitere Vertreter der Sicherheitskräfte, die Bürgermeister der Grenzgemeinden zu Österreich sowie Vertreter von Trenitalia und A22 teil. 

„Österreich hält sich bedeckt“, ärgert sich Landesrätin Martha Stocker. Was für Südtirol wiederum bedeutet, dass man weder weiß, was noch wann das so genannte Grenzmanagement einen Anfang nimmt und südlich des Brenners zu Folgen führen wird. 

„Wir können als Gemeinde wenig tun, doch müssen uns jetzt damit befassen, was nachher ist", sagt Brenners Bürgermeister Franz Kompatscher (siehe Videointerview). Insgesamt spricht er von einer Katastrophe, dass Schengen ausgesetzt und Grenzkontrollen mit Registrierungszentrum und Zaun eingeführt werden sollen. 

Vor allem bei Erreichen des österreichischen Tageskontingents von 80 Flüchtlingen befürchtet man am Brenner einen Rückstau. 

Dahingehend werde weiter darauf gepocht, dass Flüchtlinge, die tatsächlich an der Südtiroler Grenze hängen bleiben, so schnell wie möglich in das gesamtstaatliche Verteilungssystem überführt werden, so Stocker. Auch weiter Kasernen als Unterkünfte sind im Gespräch. 

Südtirol versuche sich laut Stocker auf allen Ebenen für die verschiedenen Szenarien vorzubereiten. 

stol/ih/ker

stol