Der von Wladimir Putin geleitete Gipfel der BRICS-Staaten, die nahezu die Hälfte der Weltbevölkerung umfassen, war für den Kreml ein 2-facher Erfolg: Er konnte widerlegen, dass er international isoliert sei, und fand zudem einigen Rückhalt für seinen Krieg in der Ukraine. <b>von Bernd Posselt</b><BR /><BR />Einheitlich war das Bild dann aber doch nicht. China vertrat wie immer ausschließlich die eigenen Interessen, und Indiens Ministerpräsident Narendra Modi sagte dem Kreml-Herrscher ins Gesicht, er wolle ein baldiges Kriegsende in der Ukraine. Peking und Neu-Delhi befürchten vom Feldzug Russlands gegen seinen westlichen Nachbarn wirtschaftliche Nachteile und wünschen zudem nicht, dass das internationale Prinzip der territorialen Integrität unterminiert wird – unter anderem mit Blick auf Tibeter, Uiguren und die Kaschmir-Frage. <BR /><BR />Immerhin war der BRICS-Gipfel aber Ausdruck anti-westlicher Emotionen, die Moskau mit allen propagandistischen und subversiven Methoden schürt. Dies zeigt sich derzeit vor allem in Ungarn und der Slowakei, 2 Mitgliedstaaten von EU und NATO. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1093485_image" /></div> <BR /><BR />Als 2014, kurz vor der Okkupation der Krim, der sehr pro-europäische und kompetente Außenminister Ungarns, Janos Martonyi, vom jetzigen Amtsinhaber Peter Szijjarto abgelöst wurde, sagte mir einer der klügsten ungarischen Politiker, dies sei die Machtübernahme Moskaus in dem Donauland, das 1989 entscheidend zum Zusammenbruch des Sowjetimperiums beitrug. <BR /><BR />Inzwischen gehört Szijjarto zu den Strukturen des russischen Energieriesen Gazprom, dessen höchsten Orden er trägt, und bekundete jüngst bei einem Gipfel in Weißrussland seine Sympathie für Putins Eurasische Ideologie. <BR /><BR />Der slowakische Premier Robert Fico wiederum hat in einer russischen Propagandasendung verkündet, die NATO diene dem Zweck, „Slawen zu töten“, und alle Kriegsgefahren gingen vom westlichen Liberalismus aus. In der Mitte Europas droht eine Zeitenwende rückwärts.