Das Land drängt auf rasche Staatshilfe gegen teure Stromrechnungen und schaut, was es selbst noch tun kann. <BR /><BR /><BR /><BR /> Die Alperia-Spitze war am Dienstag zu Gast in der Landesregierung. Ob für den Ausstieg aus der Kohle oder weil der zusätzliche Gasbedarf in China inzwischen den Jahresbedarf in Italien überschreitet: Energiepreise steigen und ziehen den Südtirolern bis zu 600 Millionen Euro aus der Tasche.<BR /><BR />Alperia hat Wirtschaft und Familien seit 2021 bereits mit 200 Millionen Euro unterstützt, scheint jetzt aber keinen Rubel mehr locker machen zu wollen oder zu können. Denn: Wie exklusiv berichtet, behält sich der Staat die Zusatzgewinne der Produzenten von erneuerbaren Energien aufgrund gestiegenen Strompreise ein – und Alperia fehlen zwischen 120 und 150 Millionen Euro ( <a href="https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/guenstiger-strom-von-suedtirols-kraftwerken-wie-stehen-die-chancen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">hier unser Interview mit Alperia-Chef Johann Wohlfarter</a>).<h3> Rekurs wird vorbereitet</h3>Das Land arbeitet nun in Rom auf eine Abänderung des Dekrets hin. Alperia gehört Land und Gemeinden. Diesen fehlen Erträge, dem Land zusätzlich auch noch Steuereinnahmen. „Zudem ist es nicht nachvollziehbar, dass Rom ausgerechnet Produzenten erneuerbarer Energien ins Visier nimmt, jene fossiler Energien aber außen vor lässt. Nachhaltig sieht anders aus“, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher.<BR /><BR />Ein Rekurs gegen das Dekret ist in Vorbereitung. Gemeinsam mit oberitalienischen Regionen, die ebenfalls viel Wasserkraft haben, versucht man dessen Anwendung zu verhindern. „Es ist undenkbar, dass wir das gesamte Geld im Land behalten“, so Arno Kompatscher. Einen Teil davon aber schon – und damit wäre wieder Spielraum für Hilfen da.<h3> Los von Rom</h3> Das freilich dauert. Unmittelbar drängt das Land, dass der Staat seine 7 Milliarden Euro an Strombeihilfen für Einkommensschwache rasch ausschüttet. „In der Folge prüfen wir, ob es zusätzliche Landesgelder für Härtefälle geben kann und muss“, sagt Landeshauptmann Kompatscher.<BR /><BR />Ein „Los von Rom beim Strom“, wie Verbraucherschützer und Freiheitliche fordern, sei keine Option. Laut EU-Recht gebe je Staat nur eine Behörde, die Strompreise festlegt. Vor allem aber produziere Südtirol aufs Jahr berechnet zwar mehr Strom als benötigt. Im Winter sei dies aber nicht so. „Und dann würde an einigen Monaten des Jahres das Licht ausgehen“, so der Landeshauptmann. <BR />