<BR /><BR /><b> Frau Bürgermeisterin Zeller: Jahreswechsel gut verbracht?</b><BR />Zeller: Ja, danke, mit Familie und Freunden ganz gemütlich.<BR /><BR /><b>Viele Meraner sind verärgert wegen der starken, unerlaubten Böllerei, die vor allem aber nicht nur den Haustieren zusetzt. Anscheinend war im Zentrum nur wenig Polizei unterwegs. Ist dieser Böllerei kein Verbot gewachsen?</b><BR />Zeller: Das ist auch für uns als Gemeindeverwaltung sehr ärgerlich, weil die kostspielige Musik-Lichtershow von der Böllerei völlig übertönt worden ist. Aber wir haben mehrere wertvolle Hinweise erhalten, wo diese stattgefunden haben. Zudem haben viele Leute Raketenbatterien einfach mitten auf der Straße gezündet. Die Koordinierung der Sicherheitskräfte und wie viele auf der Straße sein müssen, obliegt allein dem Regierungskommissariat. Ich werde heuer zu Jahresende dort vorab intervenieren und mit der Quästur reden sowie mit unserer Stadtpolizei die Kontrollen verschärfen, sehend wie das heuer ausgeartet ist.<BR /><BR /><b>Zurück zu Ihnen. Sie sind ein gutes halbes Jahr im Amt, welche menschlichen Erfahrungen haben Sie gemacht?</b><BR />Zeller: Dass es unglaublich wichtig ist, im Team zu arbeiten. Das gibt sehr viel Kraft und Energie, die Sachen weiterzubringen.<BR /><BR /><b> Es wurde von der Opposition aber auch von Bürgern Kritik laut, es gehe nichts weiter.</b><BR />Zeller: In der Verwaltung dauert die Umsetzung von Projekten ungemein viel länger als in der Privatwirtschaft. Aber wir haben sehr viel aufgegleist und weitergebracht in den letzten Monaten. Und ich bin zuversichtlich, dass die Bevölkerung die Früchte der Arbeit in den nächsten Jahren spüren wird. Natürlich gibt es auch konkrete Maßnahmen, die nicht so komplex sind, die sofort umgesetzt werden konnten wie die Neuregelung der öffentlichen Veranstaltungen. Beim Schulzentrum Stams geht’s weiter, die Gästebettenvergabe ist geregelt, keine Betten mehr für Privatzimmervermieter und anderes mehr.<BR /><BR /><b>Womit hatten Sie in der täglichen Verwaltungsarbeit am meisten zu kämpfen?</b><BR />Zeller: Mit dieser Bürokratie und der Komplexität gewisser Verfahren.<BR /><BR /><b>Was erwartet die Meraner 2026 und was ist Ihnen das größte Anliegen, das Sie mit Ende 2026 erledigt wissen wollen?</b><BR />Zeller: Nachdem wir uns im letzten Jahr auf Schulbauten und Sportstätten fokussiert und dort das Fundament gelegt haben, wird für mich der Schwerpunkt 2026 sicher das erschwingliche Wohnen sein von mieten bis kaufen samt den Bereich Urbanistik und Stadtentwicklung. Und 2026 möchten wir den ersten konkreten Schritt zur Entwicklung des Kasernenareals setzen. Dabei gilt es eng mit dem Land zusammenzuarbeiten, das Eigentümer der Grundstücke teils schon ist und wird.<BR /><BR /><b>Sie haben es angesprochen, ein großes Problem ist erschwinglicher Wohnraum für Einheimische. Was ist geplant?</b><BR />Zeller: Fürs Gritsch-Areal in der Postgranz ist der Durchführungsplan in Ausarbeitung und kommt im Jänner in den Gemeinderat, dann kann man mit der Projektierung beginnen. Das gesamte Areal soll dem leistbaren Wohnen vorbehalten sein. Fürs angrenzende Ex-Edyna Areal wurde auch um eine Umwidmung in eine Zone für leistbares Wohnen nach dem Muster des Gritsch-Areals angesucht. Und zudem liegt das Ex-Torggler-Areal auf dem Tisch. Dort bestehen wir darauf, dass der Planungsmehrwert in leistbares Wohnen fließt. Was erschwingliche Mieten angeht, diskutieren wir zur Zeit im Stadtrat, das gemeindeeigene Areal in der 1.-Mai-Straße an jemanden wie eine Stiftung zu übertragen, die Wohnungen zu leistbaren Mieten zu baut. <BR /><BR /><b>Ein Dauerproblem ist der Müll, der von asozialen Leuten überall hinten gelassen wird. Stadtpolitik und Stadtwerke unter Dauerkritik und der Bürger darf für die Extrakosten zahlen. Ist das nicht frustrierend?</b><BR />Zeller: Das gehört zum Job dazu. Stadträtin Antonella Costanzo und Patrik König, der Generaldirektor der Stadtwerke, sind in enger Absprache mit der Kurverwaltung sehr dahinter. Auch wenn es jetzt im Stadtzentrum wegen des Entfernens und der Neupositionierung von größeren Müllkübeln an anderen Orten Proteste gegeben hat, ist Fakt, dass es unter den Lauben jetzt viel weniger Müllanhäufungen gibt. Zudem haben wir im Stadtgebiet mit der neuen Videoüberwachung an verschiedenen Wertstoffinseln sehr viele Übertretungen feststellen und ahnden können, so dass die Stadtpolizei damit kaum nachkommt. Zudem werden ab heuer zwei Wastewatcher Vollzeit eingestellt, die sich nur um Kontrollen gegen illegale Müllablagerung kümmern werden.<BR /><BR /><b>Ihr Wunsch an die Meranerinnen und Meraner? Haben Sie selbst einen Vorsatz?</b><BR />Zeller: Zum einen den Wert der Gemeinschaft ins Zentrum zu stellen und zu versuchen alle mitzunehmen mit dem Ziel für ein gutes Zusammenleben. Zum anderen den Mut zur Veränderung zu haben. Ich denke da an vergrößerte Fußgängerzonen und mehr Raum für Fahrräder. Das heißt im Umkehrschluss weniger Platz für Autos und damit eine Steigerung der Lebensqualität. Für mich persönlich gilt: Mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.