„Es kann nicht sein, dass diese 5 ganzen Täler die Bedingungen diktieren“, sagt Franz Locher nach einer Sitzung der Mehrheit, in deren Anschluss der Landeshauptmann Zugeständnisse ankündigte.<BR /><BR /> Gestern um 11.30 Uhr hetzten Landeshauptmann und Landesrat Giuliano Vettorato mit einer halben Stunde Verspätung zur Vorstellung des neuen Gesetzes zur Vergabe großer Wasserkonzessionen. Der Grund: Nachdem die „Dolomiten“ über die Inhalte des Gesetzes und den Aufschrei der Gemeinden berichtet hatten, war eiligst eine Sitzung der Mehrheit einberufen worden – und die dauerte.<BR /><BR />Denn: „Da gibt es noch einiges zu bereden“, sagt Franz Locher. 29 große Kraftwerke über 3 Megawatt gibt es in Südtirol. 8 davon, nämlich Barbian, Naturns, Bruneck, Graun, Lappach, Marling, Pfitsch und Prembach verfallen 2024 und werden mit dem neuen Gesetz binnen 2 Jahren ausgeschrieben: Das ist ein Viertel des Südtiroler Stroms.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="904499_image" /></div> <BR /><BR />Laut Entwurf darf an der Vergabe aber nur teilnehmen, wer 5 Jahre ein großes Kraftwerk geführt hat. Das sind in Südtirol nur die 5 bestehenden Betreiber Alperia, Enerpass in Passeier, Stadtwerke Bruneck sowie die Privaten Ahr-Energie und Eisackwerk (Frasnelli). Alle anderen blicken durch die Finger bzw. müssen sich einen der 5 ins Boot holen, um sich zu beteiligen.<BR /><BR />Das stößt nicht nur den Gemeinden sauer auf, sondern auch Teilen der SVP. „Diese 5 nehmen niemanden aus Nächstenliebe oder Solidarität mit. Sie werden ihre Bedingungen diktieren und es kann nicht sein, dass sie ganze wasserreiche Täler mit ihren Gemeinden in die Knie zwingen“, so Locher. <h3> Botschaft scheint angekommen</h3>Diese Botschaft scheint beim Land angekommen zu sein. „Wer mitmachen darf, ist noch zu klären“, lenkt der Landeshauptmann ein. Man könne den Schwellenwert für ein großes Kraftwerk auf 2,5 Megawatt senken. Dann würden mehr als nur 5 Betreiber die Voraussetzung erfüllen, darunter das Vinschger Energiekonsortium. Lokale Bieterschaften ohne „große Brüder“ wie Alperia wären möglich. Von den 5 Jahren des Betreibers eines großen Kraftwerk geht man nicht ab. „Es geht um die Sicherheit. Investoren mit Geld, aber ohne Erfahrung wollen wir nicht“, so Arno Kompatscher. Kurios, denn immerhin verlegte u.a. die private Eisackwerk die Druckleitung des Kraftwerks aus dem Dorf Mühlbach und nicht das Land.<BR /><BR />Wie dem auch sei, das neue Gesetz soll 60 Mio. Euro mehr in die öffentlichen Kassen spülen. Gleich bleiben Wasser- und Uferzins. Deutlich angehoben werden die Zahlung für Gratisstrom ans Land sowie die Umweltgelder für die Gemeinden. Das Land kassiert zudem eine neue Nutzungsgebühr für nasse Güter wie Staudämme. Die neuen Betreiber müssen Umweltparameter einhalten. „Wer darüber hinaus noch mehr bietet, gewinnt und muss anschließend UVP, Natura-2000-Prüfung, Landschaftsschutz und Gemeindegenehmigungen einhalten“, sagt Landesrat Vettorato.<BR /><BR />Für den Bürger wird der Strom aber nicht billiger. Das Geld fließt in die Taschen der Betreiber – und mehr als bisher in die Kassen von Land und Gemeinden. Diese finanzieren damit Maßnahmen für die Allgemeinheit von Investitionen ins Netz bis hin zu Sanität und Kindergarten. „Die Alternative wären niedere Strompreise, die jene belohnen, die viel konsumieren und eine Anhebung der Steuern, die dann alle bezahlen“, meint der Landeshauptmann. Zudem biete Alperia bereits günstige Stromtarife für Betriebe und Private. <BR /><BR /><BR />