Die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon wiederum hat eigenen Angaben zufolge den israelischen Marinestützpunkt in Haifa im Norden Israels mit Raketen angegriffen. Die Miliz erklärte am Dienstag, sie habe den Stützpunkt als Reaktion auf israelische Angriffe auf libanesische Dörfer und südliche Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut mit einer „Salve hochwertiger Raketen“ attackiert. Die israelische Armee erklärte kurz darauf, mehrere anfliegende Geschosse seien entdeckt und die meisten davon abgeschossen worden.<BR /><BR />Später berichtete ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP in Beirut von einer lauten Explosion. Der Konflikt zwischen Israel und der pro-iranischen Miliz Hisbollah war im Zuge des US-israelischen Kriegs gegen den Iran wieder eskaliert. Die vom Iran finanzierte Miliz, die im November 2024 einen Waffenstillstand mit Israel geschlossen hatte, hatte in der Nacht zum Montag begonnen, Ziele im Norden Israels mit Raketen und Drohnen anzugreifen. Israel reagierte sofort mit Gegenangriffen.<BR /><BR />Syrien hat seine Grenze zum Libanon mit Raketeneinheiten und Tausenden Soldaten verstärkt. Das syrische Verteidigungsministerium erklärte am Mittwoch, die Armee habe ihre Präsenz entlang der Grenzen zum Libanon und zum Irak ausgebaut. Dies geschehe im Rahmen von Bemühungen zum Schutz und zur Kontrolle der Grenzen angesichts des eskalierenden regionalen Konflikts. Acht syrische und libanesische Sicherheitskreise bestätigten der Nachrichtenagentur Reuters, dass zu den Verstärkungen auch Raketenwerfer gehören.<BR /><BR />Die Verstärkungsoperation habe bereits im Februar begonnen, sei aber in den vergangenen Tagen beschleunigt worden, sagten fünf syrische Offiziere. Nach ihren Angaben umfassen die Verstärkungen Infanterieeinheiten, gepanzerte Fahrzeuge sowie Grad- und Katjuscha-Kurzstreckenraketenwerfer. Formationen mehrerer syrischer Armeedivisionen hätten ihre Präsenz entlang der Grenze im westlichen Homs und südlich von Tartus ausgeweitet. Ein syrischer Offizier erklärte, die Maßnahme ziele darauf ab, Waffen- und Drogenschmuggel zu verhindern sowie die vom Iran unterstützte libanesische Hisbollah oder andere Kämpfer an der Infiltration Syriens zu hindern.<BR /><BR />Die syrischen Militärs dementierten vehement Pläne für eine Militäraktion gegen Nachbarländer. Ein syrischer Sicherheitsvertreter sagte jedoch, Damaskus sei bereit, „mit jeder Sicherheitsbedrohung für sich selbst oder seine Partner umzugehen“. Ein hochrangiger libanesischer Sicherheitsvertreter erklärte, die syrischen Behörden hätten Beirut mitgeteilt, die Stationierung von Raketenwerfern entlang der Berge an der libanesischen Ostgrenze sei eine „Verteidigungsmaßnahme gegen jede Aktion oder jeden Angriff, den die Hisbollah gegen Syrien starten könnte“. Die Truppenverstärkung erfolgt während erneuter Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon. Zehntausende Libanesen sind bereits vor israelischen Luftangriffen geflohen, viele davon in Richtung Syrien.<BR /><BR />Bisher hat das US-Militär nach eigenen Angaben 17 iranische Schiffe, darunter ein U-Boot, zerstört. Zudem hat es fast 2.000 Ziele im Iran angegriffen, erklärt das US-Zentralkommando. „Heute ist kein einziges iranisches Schiff im Arabischen Golf, in der Straße von Hormus oder im Golf von Oman unterwegs“, sagt Zentralkommando-Chef Brad Cooper in einem auf X veröffentlichten Video.<BR /><BR />Der Iran habe in Vergeltungsangriffen bisher mehr als 500 ballistische Raketen und über 2.000 Drohnen abgefeuert. „Wir sehen, dass die Fähigkeit des Irans abnimmt, uns und unsere Partner zu treffen, während unsere Kampfkraft hingegen zunimmt“, betonte er. Israels Militär ging zu Beginn des Kriegs am Samstag davon aus, dass der Iran über rund 2.500 ballistische Raketen verfügte. Neben den vom Iran abgefeuerten Raketen dürften bei Bombenangriffen der Israelis und des US-Militärs seither viele Raketen zerstört worden sein.<BR /><BR />Einige Demokraten zeigten sich unterdessen besorgt über die große Menge Munition, die die USA in dem Krieg einsetzen. Senator Mark Kelly, ein prominentes Mitglied des Streitkräfte-Ausschusses, warnte, die USA verfügten nicht „über einen unbegrenzten Vorrat“, wie der Sender CNN berichtete. Die Iraner seien in der Lage, eine große Anzahl an Schahed-Drohnen und Mittel- und Kurzstreckenraketen herzustellen und verfügten über riesige Vorräte, sagte der frühere Kampfpilot und Astronaut demnach weiter.<BR /><BR />Das werde irgendwann zu einem „mathematischen Problem“ und die USA müssten sich fragen, wie sie die Munition für ihre Luftabwehr wieder aufstocken könnten, zitierte ihn CNN weiter. Die USA setzen im Krieg gegen den Iran unter anderem Luftabwehrsysteme der Typen Patriot und THAAD ein. Letzteres dient vor allem zum Abfangen ballistischer Raketen.<BR /><BR />Iran hatte Israel am Dienstagabend binnen 30 Minuten mit zwei massiven Angriffswellen überzogen. Wie die israelische Polizei erklärte, gingen am späten Dienstagabend Meldungen über herabfallende Trümmerteile von Geschossen im Raum Tel Aviv ein. Polizisten und Bombenentschärfungsexperten seien im Einsatz, um die betroffenen Gebiete zu sichern und abzusperren, teilte die Polizei mit. Nach Angaben von Rettungskräften wurde eine Frau von den Trümmerteilen leicht verletzt.<BR /><BR />Wenige Minuten später meldete die israelische Armee eine zweite Raketenwelle aus dem Iran. Im Großraum Tel Aviv und im Zentrum Israels heulten die Luftalarm-Sirenen. AFP-Reporter berichteten von anschließenden Explosionen in Jerusalem. Ein AFP-Journalist in Netanja nördlich von Tel Aviv sah Raketen am Nachthimmel.<BR /><BR />Der Iran greift seit Samstag Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Golfregion an. Er reagiert damit auf Angriffe der USA und Israels, die am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen hatten. Bei den US-israelischen Angriffen wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet.<BR /><BR />Der Iran hat nach Angaben von Katar zwei Raketen auf das Gebiet des Golfstaates abgefeuert. Die Luftabwehrsysteme hätten eine davon abgefangen, die andere habe den US-Militärstützpunkt al-Udeid, getroffen, Opfer habe es dabei keine gegeben.<BR /><BR />In Dubai hat ein Drohnenangriff ein Feuer in der Nähe des US-Konsulats ausgelöst. Der Brand konnte nach Angaben der örtlichen Behörden unter Kontrolle gebracht werden. Es habe keine Verletzten gegeben. In den vergangenen Tagen haben die Vereinigten Arabischen Emirate erlitten nach Angaben des emiratischen Außenministeriums mehr als 1.000 Angriffe erlitten, mehr als alle anderen attackierten Länder zusammen. Dennoch bleiben die Emirate bei ihrer „Verteidigungshaltung“ gegenüber den „wiederholten iranischen Angriffen“.<BR /><BR />Auch in Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabiens gab es einen Angriff auf die US-Botschaft. Dort lösten zwei Drohnen einen Brand aus.<BR /><BR />Der türkische Außenminister Hakan Fidan hat die Vergeltungsangriffe des Iran gegen Ziele in den Golfstaaten als Fehler bezeichnet. „Die Bombardierung arabischer Länder durch den Iran ohne jegliche Unterscheidung - Oman, Katar, Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien - alle - ist meiner Meinung nach eine unglaublich falsche Strategie“, sagte Fidan am Dienstag dem Sender TRT Haber. „Sie erhöht das Risiko in der Region erheblich.“<BR /><BR />Auch aus der Perspektive des Iran selbst seien die Angriffe auf die arabischen Staaten „eine äußerst fehlgeleitete Strategie“. Fidan sagte, die meisten Golfstaaten hätten „tatsächlich sehr hart daran gearbeitet, den Krieg zu verhindern“. Diese Länder hätten dem Iran „keinen Schaden zugefügt“. „Sie hatten ihren Luftraum nicht für die angreifende Seite geöffnet, sie hatten keine Flugzeuge aus ihrem Hoheitsgebiet starten lassen“, sagte er. Die Reaktion des Iran zeige, wie ernst dessen Bedrohungswahrnehmung geworden sei. „Die zugrunde liegende Strategie scheint zu sein: 'Wenn ich untergehe, werde ich die Region mit mir in den Abgrund reißen.'“<BR /><BR />Der kanadische Premierminister Mark Carney hat zu einer Entschärfung des Krieges der USA und Israels gegen den Iran aufgerufen. „Kanada fordert eine rasche Deeskalation der Kampfhandlungen und ist bereit, bei dem Erreichen dieses Ziels zu helfen“, sagte Carney am Mittwoch während seines Besuchs im australischen Sydney. Der Iran-Krieg sei „ein weiteres Beispiel für das Versagen der internationalen Ordnung“.<BR /><BR />Carney bekräftigte, dass „das Völkerrecht für alle Kriegsteilnehmer bindend ist“. Zwar drückte er sein „Bedauern“ darüber aus, dass internationale Bemühungen nicht zu einer Entwaffnung des Iran geführt hätten. Zugleich sagte er, dass „die USA und Israel gehandelt haben, ohne die Vereinten Nationen einzubeziehen oder sich mit ihren Verbündeten, einschließlich Kanada, abzustimmen“.<BR /><BR />Die US-Regierung hat die Bereitstellung von Charterflügen zur Evakuierung von US-Bürgern aus dem vom Iran-Krieg erschütterten Nahen Osten bekanntgegeben. US-Vertreter hätten bei der Organisation von Flügen aus Jordanien, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten geholfen und „werden weiterhin zusätzliche Kapazitäten sichern, sofern die Sicherheitslage dies zulässt“, erklärte das US-Außenministerium am Dienstag.<BR /><BR />Seit dem Beginn des Krieges am Samstag seien bereits mehr als 9.000 US-Bürger sicher aus dem Nahen Osten ausgereist, davon mehr als 300 aus Israel, teilte das US-Außenministerium mit. Am Montag hatte Washington seine Bürger in der Region zur Ausreise auf kommerziellem Wege aufgerufen. Die Flughäfen in einem Großteil der Länder des Nahen Osten sind jedoch geschlossen oder strengen Beschränkungen unterworfen. Israel will schrittweise seinen Luftraum wieder eröffnen, zunächst mit einem Flugzeug pro Stunde.