Das berichtete das Schweizer Fernsehen am Dienstagabend. Hannibal, der Sohn des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi, war nach seiner Festnahme von der Polizei in Genf 2008 auch fotografiert worden.Diese wenig schmeichelhaften Bilder druckte die Zeitung „Tribune de Genève“ ab, was dem Staatschef an die Familienehre ging. Sohn Hannibal war vorgeworfen worden, zusammen mit seiner Frau Angestellte misshandelt zu haben. Libyen hält seitdem den Schweizer Max Göldi praktisch in Geiselhaft, wie Menschenrechtsorganisationen es beschreiben.Nach dem Fernsehbericht bedauert der Kanton Genf nun offiziell die Veröffentlichung der Polizeifotos und bietet eine angemessene Entschädigung an. Ein Prozess dazu soll vor einem Genfer Gericht stattfinden, da Hannibal Gaddafi auch gegen die Veröffentlichung in Genf geklagt und 100 000 Franken (fast 69 000 Euro) verlangt hat. Auch der Kanton versucht auf strafrechtlichem Weg herauszufinden, wie die Bilder an die Zeitung gelangen konnten.In seiner Eingabe an das Gericht schreibt der Kanton Genf, es sei „höchst bedauerlich“, dass die Fotografien des Klägers Hannibal Gaddafi in der „Tribune de Genève“ veröffentlicht wurden. Wahrscheinlich habe ein Angestellter des Kantons Genf die Fotos herausgegeben. Er habe das Amtsgeheimnis verletzt.Die Schweiz hat im gesamten sogenannten Schengenraum mit der EU Visa-Beschränkungen für mehr als 180 Libyer durchgesetzt, darunter auch für den Staatschef. Vor allem Italien und Malta sind an einer Aufhebung der Maßnahme interessiert. Solidarität für die Schweiz kommt vor allem aus Deutschland.dpa