Freitag, 04. Dezember 2020

Weihnachten in Südtirol: So sind die Einreisebestimmungen

Es wird für die Weihnachtszeit wohl keinen Südtiroler Sonderweg geben: Landeshauptmann Arno Kompatscher informierte am Freitag über die geltenden Bestimmungen zur Einreise ins Land, das nun im staatlichen System als orange Zone geführt wird.

Arno Kompatscher. - Foto: © screenshot
„Ich habe vor wenigen Minuten einen Anruf von Gesundheitsminister Roberto Speranza erhalten“, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher, „Südtirol ist nun – wie zu erwarten – laut staatlichem System orange eingestuft.“

Das beinhalte Regeln im Bereich der Bewegungsfreiheit. Allerdings: „Für uns ändert das vorerst nichts. Wir haben ja bereits mit einer Landesverordnung vieles vorgezogen und haben Regelungen, die dem entsprechen und teilweise sogar etwas darüber hinausgehen. Es gilt weiterhin die Verordnung des Landes: Ab heute gibt es wieder die allgemeine Bewegungsfreiheit in Südtirol, man muss untertags keine Eigenerklärung mitführen. Bars und Restaurants sind bis 18 Uhr geöffnet, der Handel ist ebenfalls geöffnet.

„Haben noch einen weiten Weg vor uns“

Man arbeite darauf hin, dass Südtirol vom Staat auch offiziell als gelbe Region eingestuft werden könne. Aber: Die Einstufung sei das eine, die Zahlen das andere. Die einschneidenden Maßnahmen der letzten Wochen und das Screening hätten ihre Wirkung gezeigt.

„Die Zahlen sinken, wenn auch langsam. Doch das Virus ist noch unter uns. Es braucht weiterhin die Anstrengung aller Menschen in diesem Land“, sagte der Landeshauptmann. Soziale Kontakte seien weiter zu vermeiden, die AHA-Regeln einzuhalten. „Es ist einfach noch nicht die Zeit für Feierlichkeiten und Feste“, sagte der Landeshauptmann. Es sei im Interesse aller, die Infektionszahlen weiter zu drücken.

Einreise nach Südtirol

Mit Spannung erwartet waren Bestimmungen zur Einreise nach Südtirol aus dem Ausland. Der Landeshauptmann informierte über jene, die der Staat bisher vorsieht.

Bis zum 9. Dezember bleibt die Regelung wie bisher. In orange Zonen, wie Südtirol es ist, ist nur aus notwendigen Gründen (Arbeit, Studium, Gesundheit oder andere Dringlichkeiten) eine Einreise möglich, eine Eigenerklärung ist mitzuführen. „Lebenspartner zu treffen gehört bisher nicht zu diesen dringlichen Ausnahmen“, erklärte der Landeshauptmann. Allerdings habe der Staat in diesem Punkt nachgebessert (siehe unten). Die Rückkehr zum eigenen Wohnort aus anderen Regionen oder dem Ausland weiterhin erlaubt.

Ab 10. Dezember bis zum 21. Dezember ist bei der Einreise aus den EU-Ländern, der Schweiz und Großbritannien nach Südtirol ein PCR- oder Antigentest vorzuweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Zusätzlich benötigt man eine Eigenerklärung und die Anmeldung im Online-Formular des Zivilschutzes, um sich beim Sanitätsbetrieb zu registrieren. In diesem Zeitraum braucht es keinen spezifischen Grund für die Einreise; der negative Test genügt. Empfohlen wird, während des Aufenthaltes in Südtirol diese drei Dokumente immer mit sich zu führen, um sie im Falle einer Kontrolle vorweisen zu können. Der Einreisegrund ist dabei nicht relevant, weshalb mit einem negativen Test auch Einreisen zum eigenen Lebenspartner oder der Lebenspartnerin möglich sind.

Ab 21. Dezember bis 6. Jänner gibt es eine strengere Regelung: In diesem Zeitraum ist die Einreise aus diesen Ländern, die nicht wegen Arbeit, Studium oder anderer Dringlichkeiten erfolgt, nur möglich, wenn man sich anschließend in eine 14-tägige Quarantäne begibt, welche auch nicht durch einen negativen Test verhindert werden kann. Dies gilt für alle Personen, die sich einen oder mehrere Tage aus nicht unbedingt notwendigen Gründen (außer Arbeit, Studium, gesundheitliche Gründe) in anderen EU-Ländern, der Schweiz oder Großbritannien aufgehalten haben. Weiterhin erlaubt sind hingegen Besuche von Lebenspartnern in Südtirol mit einem negativen Antigentest. „Italien hat hier nachgebessert“, sagte Kompatscher. Auch hier müsse ein negativer Test vorliegen, der nicht älter als 48 Stunden sei.

Des Weiteren sind in dieser Zeitspanne auch jegliche Reisen zwischen den Regionen egal welcher Risikoeinstufung oder Ausreisen aus Italien verboten. Ausgenommen davon sind dringliche arbeits-, gesundheits- oder studienbedingte Notwendigkeiten.

Ausnahmen für Durchreisende und Grenzpendler

Von diesen strengen Regelungen ausgenommen sind durch Italien Reisende: Sie können sich 36 Stunden im Land aufhalten, ohne einen Test vorweisen zu müssen. Auch Grenzpendler können weiterhin ohne Test zur Arbeit und zurückfahren. Mitarbeitende von italienischer Unternehmen, die sich nicht länger als 120 Stunden zu beruflichen Zwecke im Ausland aufgehalten haben, benötigen für die Rückkehr keinen negativen Test. Dies gilt auch für Studierende, die täglich zum Studienort pendeln oder mindestens einmal in der Woche zum Wohnort zurückkehren.


Lockerungen seien keine Frage des politischen Willens, mahnte der Landeshauptmann. „Die Zahlen sind inzwischen zwar gesunken, aber laut Einschätzung des Robert-Koch-Instituts sind wir immer noch Risikogebiet.“ Anlass zur Hoffnung gebe, dass die allermeisten Südtiroler vorsichtig seien. „Dann werden wir auch eine Situation entwickeln, wo weitere Maßnahmen möglich sind.“

kn/vs