Bernadette Ramoser, selber Mutter eines Kindes mit Beeinträchtigung, macht seit Jahren auf die Missstände bei der Zuteilung der Mitarbeiter für Integration aufmerksam. Für das kommende Schuljahr ist es besonders schlimm. Der Grund: Über die Hälfte der Stellen für Mitarbeiter für Integration sind gar nicht erst gewählt worden. „Kein Wunder“, sagt Veronika Stampfl vom Landesverband für Sozialberufe: „Die Rahmenbedingungen stimmen nicht.“<BR /><BR />Neben dem Problem der aus Sicht der Eltern zu niedrigen Stundenzuweisungen kommt zu Beginn jedes neuen Bildungsjahres stets die Sorge hinzu, ob die Stelle für das eigene Kind gewählt wurde und wenn nicht, ob und wer dafür gefunden werden kann. „Doch so schlimm wie heuer war es noch nie, landauf, landab sind viele Stellen offen“, weiß sie. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1064784_image" /></div> <BR /><BR />Bislang konnten noch in jedem Jahr genügend Mitarbeiter über Direktberufungen gefunden werden, und, so hofft sie, wird es auch diesmal passieren. „Doch eine Direktberufung ist nur für ein Schuljahr möglich. Kaum hat sich das Kind auf die neue Bezugsperson eingestellt, ist diese eigentlich auch schon wieder weg. Dabei sind gerade unsere Kinder auf eine Kontinuität in der Betreuung angewiesen. Sie stellen sich nicht so schnell auf neue Personen und wechselnde Methoden und Anforderungen ein“, weiß sie. <BR /><BR />Warum die Suche nach Mitarbeitern für Integration immer schwerer wird, darauf weiß Veronika Stampfl vom entsprechenden Fachbereich im Landesverband für Sozialberufe eine Antwort: „Die Rahmenbedingungen passen nicht!“ <h3> Nur wenige Vollzeitstellen</h3>So wünschen sich viele Mitarbeiter eine Vollzeitstelle, doch heuer wurden überhaupt nur 8 Stellen mit den vollen 38 Wochenstunden angeboten. Die meisten Stellen haben einen Umfang von 28 Wochenstunden (33 Stellen), es folgen 23 Stellen mit 19 Wochenstunden und 22 mit 30. Auffällig: Gerade die Aufträge mit sehr geringer Wochenstundenzahl blieben frei.<BR /><BR /> Erschwerend kommt hinzu, dass manche Stellen für ein Jahr, andere für 3 Jahre ausgeschrieben werden, andere Stellen sind gekoppelt, also für 2 Schüler ausgeschrieben. „Wenn ich heuer eine Stelle, mit weniger Stunden als gewünscht für 3 Jahre annehme, heißt das, dass ich auch die kommenden 2 Jahre weniger arbeiten werde als gewünscht“, erklärt Stampfl. Und sie weiß auch: „Weil auch in den vergangenen Jahren kaum Vollzeitstellen zur Verfügung gestellt wurden, haben auch bereits viele Mitarbeiter den Beruf gewechselt. <BR /><BR />Zudem schließen die Absolventen der Landsfachschule ihre Ausbildung zum Mitarbeiter für Integration im Februar ab. Bis zur Stellenwahl im Bildungsressort bleibt ihnen viel Zeit, einen anderen Job zu finden. Auch so verliert man potenzielle Bewerber“, so Stampfl. Daher, so fordert sie, „gilt es nun, vom Reden zum Tun zu kommen.“