Dienstag, 14. Juli 2020

Weitere zigtausende Südtiroler werden von Ticketzahlung befreit

270.000 Südtiroler zahlen schon jetzt kein Ticket. Um Wartezeiten abzubauen, steigt es um 11 Euro – parallel dazu werden aber weitere Bevölkerungsschichten von der Ticketzahlung befreit, wie das Tagblatt „Dolomiten“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet.

Noch weniger Südtiroler sollen künftig das Ticket bezahlen müssen.
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Noch weniger Südtiroler sollen künftig das Ticket bezahlen müssen. - Foto: © Unsplash
Das kann doch einen Widmann nicht erschüttern: Fast wäre man verleitet, dies zu sagen. Denn trotz Corona-Infektion arbeitet Gesundheitslandesrat Thomas Widmann zwar blasser und etwas müder als sonst, aber unverdrossen von seinem Hof in Afing aus weiter. „Hoffen wir, dass es so bleibt“, sagt Widmann, der sich heute per Videokonferenz der Landesregierung zuschaltet.

Denn: Im Kampf gegen die langen Wartezeiten für nicht-dringende Visiten will der Landesrat bekanntlich neue Wege beschreiten. Die Tarife für Erstvisiten soll für Ärzte und Krankenpfleger erhöht werden. Damit kann man diese zum einen für Zusatzleistungen außerhalb der Arbeitszeit gewinnen, andererseits zu „konkurrenzfähigen Preisen“ bei privaten Anbietern Visiten „einkaufen“.

Ticketpreis steigt von 25 auf 36 Euro


Gesetzlich vorgeschriebene Begleiterscheinung dieser Tariferhöhung ist, dass auch das Ticket steigen muss – und zwar ab dem morgigen Mittwoch von 25 auf 36 Euro. „Parallel dazu werden wir heute mit Beschluss der Landesregierung aber Zigtausend weitere Menschen vom Ticket befreien“, betont Landesrat Widmann.
Konkret werden alle Kinder bis zum Alter von 14 Jahren vom Ticket auf die Erstvisite sowie auf die Kontrollvisite (Zweitvisite) ausgenommen. Kein Ticket berappen müssen bis Ende 2021 alle in Südtirol ansässigen Arbeiter/Angestellte und deren Familienmitglieder, die sich zum Zeitpunkt der Verschreibung in Lohnausgleich befinden und die Einkommensgrenzen des INPS nicht überschreiten. „Zudem wird die Einkommensgrenze für die Ticketbefreiung von Senioren von 36.000 auf 40.000 Euro angehoben“, sagt Widmann.

Ticketerhöhung bringt 3 Millionen Euro

Damit nehme man Anregungen auf, die Gewerkschaften, Seniorenverbände und Dachverband an ihn herangetragen hätten. Zu diesen zählt u.a. der ASGB (wir berichteten) sowie SVP-Arbeitnehmer Helmuth Renzler: „Ich hatte dazu schon vor 5 Jahren einen Beschlussantrag eingebracht, doch gab es bei Landesrätin Martha Stocker kein Durchkommen“, so Renzler.
Unterm Strich bringt die Ticketerhöhung 3 Millionen Euro für den Sanitätsbetrieb. „Eine Summe, die sich mit den zusätzlichen Befreiungen wieder annulliert“, so Widmann. Bester Beweis dafür, dass es nicht ums Abkassieren gehe. „Ziel ist einzig und allein, den Gesundheitsbetrieb mit mehr Visiten und einem Abbau der in gewissen Bereichen untragbaren Wartezeiten zu gewährleisten“,

bv

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