Bei den Konsultationen zur Regierungsbildung machte der Vize-Chef des PD dem Kalterer einen sehr guten Eindruck, schreibt der Rechtsanwalt auf seiner Facebook-Seite in offenen Worten.„... welch ein Unterschied zu Bersani, dessen intellektuelle Redlichkeit ich nicht in Frage gestellt habe, dessen Gesprächsführung jedoch (und dies ist heute noch deutlicher geworden) von Müdigkeit und Mattigkeit geprägt war, so als würde ihn der ideologische Ballast vergangener Jahrzehnte lähmen ...“, unterstreicht der 51-Jährige.Letta sei „aufmerksam, frisch, konkret, informiert, engagiert“ gewesen und habe „klare Vorstellungen“.„Keiner wisse“, zitiert Schullian den von Staatspräsident Napolitano beauftragten PD-Politiker, „was die Lebensdauer (s)einer Regierung sein könne, doch dies gelte auch für das Leben selbst und solle daher nicht hinderlich sein, Projekte zu entwickeln und konkrete Ziele anzupeilen ...“.Die Vorstellungen von Letta seien „konkret und nicht so realitätsfremd wie die hochtrabenden Phrasen, denen man hier ja ständig ausgesetzt ist“, betont Schullian.Sozial-ökonomisch relevante Maßnahmen, auch im Steuerbereich, sehe Letta - selbst für die 'Oase' Südtirol - als vordringlich an. Demnach müssten „Zeichen gesetzt werden, einige davon kurzfristiger Natur, andere auch mit visionären Zügen, institutionelle Reformen seien erforderlich (...) und machbar“, habe Letta bei den Konsultationen mit der SVP erklärt.Südtirol kenne er gut, so Letta, er fühle sich mit dem Land und seinen Menschen verbunden und würde deren Anliegen nicht aus den Augen verlieren – zitiert Schullian den 47-Jährigen aus Pisaim Facebook-Beitrag am Donnerstag."Lassen wir ihm die Chance"Letta müsse sich allerdings "erst beweisen, starke Signale setzen und vor allem sich vom Druck des alten Systems, der auf ihm lasten wird, befreien." Von denen, die er in seiner kurzen Zeit in Rom bis jetzt kennengelernt habe, "scheint er mir einer der Guten zu sein ... lassen wir ihm die Chance, ehe wir über ihn den Stab brechen im ausufernden Pessimismus, der zum alleinigen Credo von vielen geworden zu sein scheint", so der Kammerabgeordnete Schullian.stol