<b>von Thomas Spang</b><BR /><BR />Trump hat große Teile der Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren so desensibilisiert, dass er beim Finale im Madison Square Garden offen gegen Migranten, Frauen und Minderheiten hetzen kann. Er gebraucht nicht nur eine vulgäre, gewalttätige und menschenverachtende Sprache, sondern bedient sich gezielt im Wörterbuch der nationalsozialistischen Propaganda.<BR /><BR />Er spricht von der „Lügenpresse“, bezeichnet Oppositionelle als „Volksfeinde“ oder „Schädlinge“ und kündigt „Säuberungen“ an. Trump macht Wahlkampf mit dem Versprechen „der größten Massendeportation in der Geschichte“. Diese soll von einem organisiert werden, der in Abwandlung der Hitler-Parole neun Tage vor den Wahlen „Amerika den Amerikanern“ fordert.<BR /><BR />Trump inspiriert mit seinem Hass schräge Gestalten, die ihm in nichts nachstehen wollen. Zum Beispiel einen Redner, der es lustig findet, das US-Territorium Puerto Rico einen „Müllhaufen“ im Meer zu bezeichnen. <BR /><BR />Leider gibt es ein Publikum dafür, das empfänglich für Rassismus und Sexismus ist. Es findet sich vor allem bei den 40 bis 50 Prozent Nichtwählern. Von denen will Trump mit seinen Hassbotschaften ein paar an die Urne bewegen. Das ist die Strategie hinter seiner zunehmend extremen Rhetorik.<h3> „Typisch Trump“</h3>Die New York Times warnt in fetten Lettern, die Menschen sollten seine Worte nicht als „typisch Trump“ abtun. Er meine, was er sagt. Ob Trump der klassischen Definition eines „Faschisten“ entspricht, ist dabei eine müßige Diskussion. Wer dieses düster Spektakel zum Finale des Wahlkampfs im Madison Square Garden nur halbwegs aufmerksam verfolgt hat, weiß, dass dieser Mann eine Gefahr für die Menschheit ist. <BR /><BR />Erschütternd, wie sich im Rennen um das Weiße Haus trotz alledem ein Fotofinish abzeichnet.