Freitag, 29. März 2019

„Weltkongress der Familie“ spaltet die Regierung

In der italienischen Stadt Verona hat am Freitag der „Weltkongress der Familien“ begonnen. Die Veranstaltung, zu der 3000 Teilnehmer aus mehr als 100 Ländern erwartet werden, befasst sich mit Themen rund um die „traditionellen Familie“ in der modernen Welt.

Foto: ANSA
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Die Fünf-Sterne-Bewegung hält sich dem „Weltkongress“ fern, ihr Regierungspartner, die Lega, ist auf höchster Ebene vertreten.

Die Teilnehmer der Veranstaltung wollen analysieren, warum Familien auseinanderbrechen, und Ansätze zur Lösung des Problems entwickeln. „Jedes Kind verdient es, mit Vater und Mutter in einem glücklichen Zuhause aufzuwachsen“, lautet der Slogan der Organisatoren. Träger sind internationale katholische Organisationen und Familienorganisationen vor allem aus den USA und aus Europa.

Eröffnet wurde das dreitägige Groß-Event in Verona mit einer Ansprache des Präsidenten des Weltkongresses, Brian Brown. Es folgten Reden der Präsidenten der italienischen Regionen Venetien und Friaul Julisch Venetien, Luca Zaia und Massimiliano Fedriga, die die Veranstaltung unterstützen.

Zahlreiche Politiker aus dem rechten Lager werden bis Sonntag erwartet, angefangen von Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini und Familienminister Lorenzo Fontana, ebenfalls ein Lega-Spitzenpolitiker. Fontana hatte in seinem ersten Interview als Minister im Juni erklärt, er wolle sich für mehr Geburten und für die Förderung der Familien einsetzen, nicht aber von „Regenbogenfamilien“.

Spitzenpolitiker der mit der Lega verbündeten Fünf-Sterne-Bewegung bleiben dem Weltkongress dagegen fern, da dieser sich lediglich für „traditionelle Familien“ einsetze. Es sei wichtig Errungenschaften wie die Anerkennung eheähnlicher Lebenspartnerschaften für Homosexuelle nicht infrage zu stellen, sagte Vizepremier und Fünf Sterne-Chef Luigi Di Maio.

Der stärkste italienische Gewerkschaftsverband CGIL, einige linksgerichtete Organisationen und Schwulenverbände planen am Samstag einen Protest gegen die Veranstaltung. „Man kann nicht Rechte infrage stellen, die in diesen Jahren errungen wurden. Wir sind für ein Konzept der Familie, das auf Freiheit der Menschen und auf Anerkennung der Zivilrechte aller Personen, Männer und Frauen, basiert“, so CGIL-Chef Maurizio Landini.

apa

stol