Montag, 20. Juni 2016

Welttag der Flüchtlinge: Südtirols Grüne loben und fordern

Am Montag hat der Weltflüchtlingstag stattgefunden. Für Südtirols Grüne ein Anlass, um den hiesigen Beitrag in der aktuellen Flüchtlingskrise anzuerkennen, aber auch um bestehende Lücken aufzuzeigen.

Die grünen Landtagsabgeordneten loben Südtirols Engagement in der Flüchtlingskrise, zeigen aber auch Problemstellen auf.
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Die grünen Landtagsabgeordneten loben Südtirols Engagement in der Flüchtlingskrise, zeigen aber auch Problemstellen auf. - Foto: © STOL

Dass der Welttag der Flüchtlinge in aller Deutlichkeit an die Dimension einer Jahrhundertfrage erinnere, schrieben die Grünen Landtagsabgeordneten Hans Heiss, Brigitte Foppa und Riccardo Dello Sbarba am Montag in einer Aussendung.

Grünes Lob, grüne Forderungen

In ihrem Statement fanden sie lobende Worte, stellen aber auch fest, dass es noch Luft nach oben gäbe.

60 Millionen Menschen seien zurzeit auf der Flucht vor Krieg und Not, viele würden in Nachbarregionen fliehen, aber auch europäische Länder ansteuern. Länder, die auch für die Misere in den entsprechenden Heimatregionen (mit-)verantwortlich seien, so die Grünen.

Nicht das Ob, das Wie zählt

Die Grünen stellen fest, dass es nun nicht mehr eine Frage sei, ob man helfe, sondern wie man am besten helfe.

Südtirol, schreiben die Abgeordneten, habe bereits Wichtiges in diesem Zusammenhang geleistet, neben dem Land etwa die Freiwilligenorganisationen, Einzelpersonen und Gemeinden.

In Südtirol gibt es noch „Luft nach oben“

Allerdings, so die Grünen weiter, habe Südtirol seine Aufnahmefähigkeit noch nicht völlig ausgeschöpft - Nordtirol habe 6000 Flüchtlinge und Asylbewerber aufgenommen, Südtirol 900.

Ihrem Kommentar zur aktuellen Flüchtlingskrise aus Südtiroler Sicht fügte die grüne Landtagsfraktion verschiedene Vorschläge an, wie aus ihrer Sicht, die Situation besser zu händeln wäre.

Bozen entlasten, Integrationsangebote stärken

In den 7 Punkten enthalten sind unter anderem die Forderung Bozen zu entlasten und die Flüchtlinge in kleinere Gruppen aufzuteilen, zudem sollten Integrationsangebote wie Sprachunterricht, Sozialkontakt oder Mitarbeit in der Gemeinschaft deutlich gestärkt werden, vor allem aber gelte es - laut Grünen - die Möglichkeit zur rascheren Arbeitsintegration zu verbessern.

Zu den grünen Forderungen gehört auch, dass die Südtiroler besser über das Flüchtlingsthema informiert werden sollen bzw. man Sensibilisierungsarbeit in diese Richtung betreiben solle. Die wertvolle Arbeit der Freiwilligen sei noch mehr anzuerkennen.

Eine Jahrhundertaufgabe auch für Südtirol

Hans Heiss, Brigitte Foppa und Riccardo dello Sbarba schlossen ihre Stellungnahme zum Welttag der Flüchtlinge mit dem Hinweis, Südtirol solle sich, bevor die Fluchtursachen wie Krieg, Not und Vertreibung nicht wirkungsvoll eingedämmt seien, auf neue Flüchtlingszugänge einrichten.

Dies sei eine Jahrhundertaufgabe, die auch Südtirol begleite.

stol/aw

stol