Freitag, 13. Januar 2017

Welttag der Migranten und Flüchtlinge: Menschlichkeit und Verantwortung

Landesrätin Stocker stellt die Menschlichkeit und die Verantwortung in den Mittelpunkt des Welttages der Migranten und Flüchtlinge am Sonntag, 15. Jänner.

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Foto: © APA

Angesichts der anhaltenden Diskussionen um die Aufnahme, Begleitung und Integration von Asylbewerbern stellt die Südtiroler Soziallandesrätin Martha Stocker die Begriffe der Menschlichkeit und der Verantwortung in den Mittelpunkt des diesjährigen Welttages der Migranten und Flüchtlinge am 15. Jänner.

"Diese große Herausforderung birgt ein großes Spannungsfeld in sich: Aus Sicht der einen wird für die Menschen auf der Flucht zu viel getan, aus Sicht der anderen hingegen viel zu wenig", erklärt Landesrätin Stocker. Südtirols Soziallandesrätin zeigt sich davon überzeugt, dass die Werte der Menschlichkeit, der Solidarität und der Offenheit, aber gleichzeitig auch der Verantwortung, des Forderns und Förderns sowie der klaren Regeln Richtschnur für einen gangbaren Weg sein müssen.

Humanitäre Aufgabe und Pflicht

"Es ist unsere humanitäre Aufgabe und Pflicht, den Menschen auf ihrer Flucht vor Krieg, Gewalt und Armut zu helfen", so Landesrätin Stocker. "Viele der Menschen, die sich nach Europa bewegen, gehören jedoch nicht zu den klassischen Asylbewerbern", unterstreicht Stocker. Für diese Situation konnte bisher weder europa- noch staatsweit eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden, was unter anderem Ursache vieler Diskussionen und Auseinandersetzungen zu diesem Thema ist. 

Südtirol kann nicht in Asylrecht und Asylpolitik eingreifen

Südtirol ist dabei in ein gesamtstaatliches Aufnahmesystem eingebunden und trägt laut Landesrätin Stocker daher in erster Linie für die Unterbringung und für die Integration der zugewiesenen Asylbewerber Verantwortung - aktuell sind es knapp 1300 Menschen in 23 Aufnahmeeinrichtungen. Das Land habe dabei nicht die Möglichkeit, direkt in Fragen des Asylrechts und der Asylpolitik einzugreifen, unterstreicht die Landesrätin.

Verantwortung schließe jedoch mit ein, sich mit Verbesserungsvorschlägen in der Steuerung des Aufnahmesystems auf europäischer und staatlicher Ebene einzubringen. Dies betrifft beispielsweise die Handhabung der Ankünfte und der Bewegungen zwischen den einzelnen Staaten, die Abwicklung und Beschleunigung der Asylverfahren sowie die Schaffung von mehr Rechtssicherheit bei abgelehnten Ansuchen.

Gastgeberland bzw. neuer Heimat mit Achtung und Respekt begegnen

Dabei sei es besonders zu begrüßen, dass die neue Regierung von Ministerpräsident Paolo Gentiloni mit Innenminister Marco Minniti das Thema mit neuem Schwung angehe, "wovon wir uns einige Maßnahmen zur Behebung von Schwachpunkten sowie Verbesserungen in der bisherigen Asylpolitik erwarten", so Stocker. "Nicht zuletzt schließt der Begriff der Verantwortung in Zusammenhang mit Migration und Flucht jedoch auch die Pflicht der Migranten und der Asylbewerber mit ein, ihrem Gastgeberland oder ihrer neuen Heimat mit Achtung, Respekt, Toleranz und Offenheit zu begegnen", betont die Landesrätin, "denn nur so kann Integration gelingen."

Der Welttag der Migranten und Flüchtlinge wurde von Papst Benedikt XV im Jahr 1914 ins Leben gerufen und findet jährlich am dritten Sonntag im Jänner statt.

lpa/stol

stol