Ein exzellenter Kenner Südtirols nördlich des Brenners, Alt-Landeshauptmann Wendelin Weingartner, sieht Südtirol hingegen auf die Regionalstaatlichkeit zusteuern.Das betonte er im Gespräch mit „TT“-Redakteur Peter Nindler, der immer wieder einen Blick auf Südtirol wirft und sich mit der Zukunftsfrage des Landes auseinandersetzt.„Die Vollautonomie ist die Antwort auf einen Freistaat“ Weingartner, der sich in seiner Amtszeit für die Europaregion Tirol stark gemacht hatte, meint im „TT“-Artikel, dass Südtirol auf dem Weg zu einer Regionalstaatlichkeit sei. „Der Wunsch nach Vollautonomie ist für mich die Antwort auf einen Freistaat“, so der Alt-Landeshauptmann.Mit welchen Konsequenzen für Südtirol? (Viel) weniger Geld aus Rom, mehr Aufgaben für das Land, glaubt Weingartner.„Das ist die große Herausforderung für die Nach-Durnwalder-Ära“ Er zeigt sich auch überzeugt davon, dass Südtirol mit der Zeit den ethnischen Proporz überwinden müsse: „Das ist aus meiner Sicht die große Herausforderung für die Nach-Durnwalder-Ära“.Die Diskussion über die doppelte Staatsbürgerschaft sieht er mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Für einige Südtiroler sei der Doppelpass ein „identitätsstiftendes Anliegen“.Weingartner warnt aber davor, dass die doppelte Staatsbürgerschaft erneut zu einer Teilung der Sprachgruppen in Südtirol führen könnte. Für ihn kommt deshalb nur eine „Staatsbürgerschaft light“ in Frage.„Orte eine gewisse politische Unzufriedenheit“ Der Nordtiroler Landeshauptmann ortet zudem eine „gewisse politische Unzufriedenheit“ in Südtirol: Die Bevölkerung habe das Gefühl, dass nur eine kleine Gruppe Entscheidungen treffe. Er ist sich deshalb auch sicher, dass in der Nach-Durnwalder-Ära eine neue Art der Zusammenarbeit Einzug halten wird.joi