Samstag, 16. Juni 2018

Weniger Aufgriffe von Flüchtlingen auf Güterzügen am Brenner

Die Zahl der bei Güterzugkontrollen im Bereich des Brenners aufgegriffenen Flüchtlingen sinkt seit Jahresbeginn stetig. Waren es im Jänner noch 65, so wurden im Mai gerade noch zwei Personen entdeckt, die auf diese Weise über den Brenner von Italien nach Österreich gelangen wollten, erklärte Erich Lettenbichler, Leiter der Tiroler Einsatz- Grenz- und Fremdenpolizei, bei einem Lokalaugenschein bei der Kontrollstelle Seehof.

Die Zahl der bei Güterzugkontrollen im Bereich des Brenners aufgegriffenen Flüchtlingen sinkt seit Jahresbeginn stetig. - Foto: D
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Die Zahl der bei Güterzugkontrollen im Bereich des Brenners aufgegriffenen Flüchtlingen sinkt seit Jahresbeginn stetig. - Foto: D - Foto: © D

Im Juni sei bisher keine Person aufgefunden worden. Grund dafür seien unter anderem strengere Kontrollen in Verona, meinte Lettenbichler. Denn dort würden italienische Beamte verstärkt die abfahrenden Güterzüge daraufhin überprüfen, ob sich illegal Mitreisende auf den Zügen befinden. Diese intensiveren Kontrollen in Italien und die allgemeine Abnahme des Migrationsstromes hätten dazu geführt, dass man im Februar noch 52, im März 26 und im April nur noch fünf Menschen vorfand, die auf diese Weise flohen und sich im Zwischenraum von Güterzuganhängern und Lkw-Containern versteckten.

Menschen wissen, dass kontrolliert wird

Dass man bisher im Juni, trotz bereits durchgeführter und noch anberaumter „trinationaler“ Güterzugkontrollen zusammen mit der deutschen und der italienischen Polizei sowie des österreichischen Bundesheers, keine Menschen aufgegriffen hat, erklärte sich der Leiter der Fremdenpolizei auch damit, dass die Flüchtenden „gut gebrieft“ und somit die Kontrollen mittlerweile womöglich bekannt seien. Bei den trinationalen Kontrollen, die seit Juni 2018 auch an der im Oktober 2017 in Betrieb genommenen Kontrollstelle Brenner-Seehof durchgeführt werden, gehe es aber auch um eine „verbindende Zusammenarbeit zwischen den Staaten“. Es sei ein Schritt in Richtung „europäischer Lösung der Flüchtlingsfrage“, ergänzte Lettenbichler.

Kontrollen werden unregelmäßig durchgeführt

Die Güterzugkontrollen und die noch folgenden trinationalen Kontrollen werden in unregelmäßigen Abständen durchgeführt, „weil wir nicht durchschaubar sein wollen“, wie Lettenbichler anmerkte. Anwesend bei den staatenübergreifenden Schwerpunktaktionen sind vier Polizisten aus Italien, vier Polizisten aus Deutschland, vier bis sechs österreichische Beamte und 15 bis 20 Soldaten des österreichischen Bundesheeres.
 

apa/stol

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