Auf der Suche nach dem deutschen Partner für eine Koalition mit Lega und Fratelli hat die SVP jetzt 2 Anwärter: Die Freiheitlichen bieten sich geradezu an und beim Team K ist von Veto gegen die Fratelli keine Rede mehr. <BR /><BR />Ulli Mair, Otto Mahlknecht und mit 30 Minuten Verspätung auch Andreas Leiter Reber: Über eine Stunde fühlten sich SVP und Freiheitliche auf den Zahn. Probleme, eine Koalition mit Lega und Fratelli zu bilden? „Null, im Gegenteil. Wir denken bei Einwanderung und Sicherheit gleich“, so Mahlknecht und überhaupt: „Sowohl die Deutschen, als auch die Italiener haben nach rechts gewählt. Diese Regierung ginge in diese Richtung.“<h3> Welche Ressorts wollen die Freiheitlichen?</h3>Angst, von der SVP „aufmarendet“ zu werden wie die Lega, gebe es nicht. „Ein Wischi-Waschi-Koalitionsprogramm wie mit der Lega gibt es mit uns nicht“, so Mahlknecht. Die Zeiten der Alleinregierung der SVP seien vorbei. Eine stabile Regierung könne es nur geben, wenn zuvor „wie bei einem Vertrag“ verbindlich festgelegt werde, welche Punkte man abarbeiten will. <BR /><BR />Dazu habe er das blaue Wahlprogramm bereits in mögliche Gesetzestexte umformuliert. „Natürlich muss man darüber verhandeln, aber wir haben zu Sicherheit, Ausbau der Autonomie, Wohnen glasklare Ideen.“ Beim Hinausgehen habe der Landeshauptmann gefragt, welches Ressort man sich vorstelle: „Soziales, Familie, Integration oder Wohnbau.“ <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="964495_image" /></div> <BR /><BR />Weich gespült trat nach einer Stunde hinter verschlossenen Türen aber auch das Team K vor die Presse. Nie und nimmer mit dem postfaschistischen Fratelli, hatten sie vor und nach der Wahl erklärt. Gestern hörte sich das anders an. „Mit den Fratelli wird es für uns nach wie vor schwierig.“ Aber: „Die Wahl ist vorbei, wir müssen die Rechnung mit der Realität machen und es wäre nicht richtig, mit einem Veto in Verhandlungen zu gehen“, so Paul Köllensperger.<BR /><BR /> Man habe mit Arno Kompatscher und Philipp Achammer lang über Werte diskutiert, denn schließlich habe auch die SVP das Problem, eine Koalition mit den Fratelli zu rechtfertigen. „Ein Ausweg könnte wie 2018 bei der Lega eine Präambel sein, in der Werte definiert werden, zu denen sich die Koalition bekennt: Sind sie rückwärtsgerichtet, dann ohne uns. Sind sie innovativ, müssen wir weiter reden“, so Köllensperger. <h3> „Sind nicht die Billigsten am Markt“</h3> Steht den Freiheitlichen mit 2 Sitzen ein Landesrat zu, so sind es beim Team K mit 4 Mandataren 2 Posten in der Regierung. „Wir sind nicht die billigsten am Markt, lassen uns aber nicht die Hosen ausziehen“, so Köllensperger.<BR /><BR />Ob Blau oder Gelb, die Öffnung nach rechts scheint fast geritzt. Aufgeschreckt hat die SVP aber die Drohung von Lega und Fratelli: „Entweder es gibt 2 italienische Landesräte und wir gehen beide in die Regierung oder gar nicht“, so Lega-Chef Bosatra. 2 Landesräte stehen den Italienern aber nicht zu – und die SVP baut vor. Steigt Mitte-Rechts aus, könnte der Plan B eine Koalition mit Team K und der Civica von Angelo Gennaccaro sein. Er ist der meistgewählte Italiener.<BR /><BR />